BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Sylvia Bentele
Bildrechte: BR/Sylvia Bentele

Ab Montag müssen Gaststätten schließen. Die Entschädigung, die es dafür geben soll, reicht in manchen Fällen nicht aus, sagen Gastronomen.

26
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Mehr Entschädigung nötig: Gastronomen wollen Lockdown überleben

Der Lockdown light im November trifft die Gastronomie hart. Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband pocht deshalb auf die in Aussicht gestellte Entschädigung. Die sei oft allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, heißt es.

26
Per Mail sharen
Von
  • Andreas Schuster

Kein Restaurant, keine Kneipe, keine Bar darf ab Montag für ihre Gäste öffnen. Bis Ende November dürfen sie Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen verkaufen, so wie schon im Frühjahr. Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Den Gastronomen und Hoteliers in Bayern stehen erneut schwere Wochen bevor. Sie müssen unterstützt werden, sagt der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, und pocht deshalb auf die von der Politik in Aussicht gestellten Hilfen.

Gastronomie: Ohne hohe Entschädigung sind wir nicht überlebensfähig

Weil er die Entscheidung erwartet habe, habe er "gebrannt vor Wut", sagt Thomas Förster, Vizepräsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. Er könne nicht nachvollziehen, dass es im "Lockdown light" wieder die Gastronomie trifft. "Sehr unverständlich" nennt er es, dass beispielsweise der Einzelhandel geöffnet bleiben darf. Immerhin, sagt Förster, soll seine Branche finanzielle Hilfe bekommen. Das sei sehr zu begrüßen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, 70 bis 75 Prozent des Umsatzes zu erstatten, den die Gaststätten im November 2019 gemacht haben. Förster lobt diesen Beschluss. "Die Regierung hat erkannt, dass wir ohne eine hohe Entschädigung nicht überlebensfähig sind".

Branche fordert mehr Unterstützung für Betreiber mehrerer Betriebe

Trotzdem: Dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband reicht das nicht. Bei der zugesagten Hilfe müsse noch nachgebessert werden. Konkret geht es Vizepräsident Förster um Mehrfachbetreiber, also Gastronomen oder Hoteliers, die mehrere Betriebe führen. So könne es beispielsweise nicht sein, dass ein Betreiber von fünf Hotels nur einmal eine Entschädigung bekommt. "Das reicht bei weitem nicht. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein", so Förster. Nur wenn die Regierung die richtigen Rahmenbedingungen stelle für eine ordentliche Entschädigung, werde der Großteil der Branche den zweiten Lockdown in Deutschland wirtschaftlich überleben.

© BR
Bildrechte: BR

Die neuen strengen Auflagen stoßen bei Lokal- und Regionalpolitikern auf Verständnis, denn in vielen Gemeinden steigt die Zahl der Neuinfektionen steil an. Die Wirtschaft dagegen ist in großer Sorge.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!