BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Mehr Corona-Fälle: Ostbayerische Kliniken reagieren | BR24

© BR/Martin Gruber

Corona: Die Kliniken bereiten sich auch in Ostbayern auf mehr Patienten vor (Symbolbild)

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mehr Corona-Fälle: Ostbayerische Kliniken reagieren

In Niederbayern und der Oberpfalz steigen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Kliniken in der Region erhöhen deshalb nun ihre Kapazitäten. Ein Überblick.

Per Mail sharen

Wegen der zunehmenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie laufen auch in einigen Krankenhäusern in Niederbayern und der Oberpfalz Vorbereitungen, um mehr Covid-19-Patienten versorgen zu können.

Klinikum Neumarkt: Gesamtes Stockwerk für Corona-Patienten

Neben den Kliniken Nordoberpfalz AG habe auch das Klinikum Neumarkt seine Kapazitäten für die Behandlung von stationären Corona-Patienten in den vergangenen beiden Wochen aufgestockt, teilte ein Sprecher auf BR-Anfrage mit. Ein gesamtes Stockwerk mit drei Pflegestationen sei jetzt für bestätigte und potentielle Covid-19-Patienten reserviert. Dieses unterteile sich in eine Isolier- und Quarantänestation.

Aktuell befänden sich 29 Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion in stationärer Behandlung, davon vier auf der Intensivstation, von denen auch alle beatmet würden, so der Sprecher weiter. Derzeit sei das Patientenaufkommen im Klinikum Neumarkt aber noch mit dem vorhandenen Personal zu bewältigen.  

Große Sorge im St. Josef-Krankenhaus in Regensburg

Auch das Caritas-St. Josef-Krankenhaus in Regensburg betrachtet die steigenden Corona-Zahlen mit großer Sorge. Das teilte die ärztliche Leitung der Hygieneabteilung und Pandemiebeauftragte Dr. Sylvia Pemmerl auf BR-Anfrage mit. Aktuell gebe es zwar noch Kapazitäten, man bemerke aber einen Anstieg an behandlungsbedürftigen Patienten mit Covid-19-Infektionen. Derzeit versorge das Krankenhaus 14 Patienten, die an dem Virus erkrankt seien, einen davon auf der Intensivstation.

Neben der Erarbeitung eines Stufenkonzepts habe das Krankenhaus einen zweiten isolierten Bereich auf der Normalstation geschaffen, wo Covid-19-Patienten getrennt von Non-Covid-19-Patienten behandelt werden könnten, so die Pandemiebeauftragte. Zudem habe man auf der Intensivstation die Möglichkeit geschaffen, intensivpflichtige Covid-19-Patienten zu behandeln.

Ärzte und Pfleger hätten nun viel Erfahrung mit dem neuartigen Krankheitsbild und der entsprechenden Pflege von der so genannten ersten Welle im Frühjahr. Dennoch sei noch viel Forschungsarbeit nötig, um die Erkrankung besser behandeln zu können, betont Pemmerl. Um im Katastrophenfall gegensteuern zu können, habe man eigene Konzepte entwickelt, z.B. durch Umschichtung von Pflegepersonal. Davon sei man derzeit aber weit entfernt, so die Pandemiebeauftragte.  

Auch Klinikum Straubing ist vorbereitet

Auch das Klinikum Straubing ist derzeit personell und inhaltlich gut aufgestellt. Das bestätigt der dortige Pandemiebeauftragte Dr. Hannes Häuser. Sollten allerdings die Anforderungen für die Versorgung Covid-19-positiver Patienten erheblich steigen, so könne das eine Einschränkung der Notfallversorgung bedeuten. Ein interner Pandemieplan am Klinikum Straubing liege vor. Desweiteren wird laut Häuser derzeit eine "Normalstation" als Isolierstation für Corona-positive Patienten betrieben.

Generell bestehe eine strikte Trennung von Covid-19-Patienten im Klinikum, es werden aktuell nur Einzelzimmer für Isolationspatienten bereitgestellt. Gleiches gelte für die Intensivstation. Weitere Isolierstationen seien derzeit nicht erforderlich, so Häuser, das Patientenaufkommen sei derzeit gut beherrschbar. Aktuell befinden sich laut dem Pandemiebeauftragten insgesamt 14 Patienten im Klinikum, davon sechs auf der Intensivstation.

Sana Kliniken im Kreis Cham mit Corona-Schwerpunkthaus

"Ein sehr hohes Niveau an Patientenaufkommen" nennt es auch Alexander Schlaak, Pressesprecher der Sana Kliniken des Landkreises Cham. Derzeit gebe es in den drei Häusern in Cham, Roding und Bad Kötzting insgesamt 19 positive Fälle, einer der Patienten werde beatmet. Noch habe man die Kapazitäten aber nicht erhöht, da man mit einem Corona-Schwerpunkthaus in Roding und der darin bestehenden Isolierstation gut aufgestellt sei. Auch personell sei die Situation laut Schlaak noch abbildbar, Ärzte und Pflegekräfte kämen allerdings allmählich an ihre Belastungsgrenze.

In allen Häusern bestehe derzeit ein striktes Besuchsverbot.

Zwei Drittel der Intensivbetten im Klinikum Passau noch frei

Im Landkreis Freyung-Grafenau befänden sich derzeit 28 Corona-Patienten in stationärer Behandlung, hieß es. Vier davon seien auf der Intensivstation und würden beatmet.

Stadt und Landkreis Passau teilen währenddessen mit, dass sich derzeit 58 Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion in stationärer Behandlung befänden, neun Patienten seien auf der Intensivstation, davon würden drei beatmet. Im Klinikum Passau sind laut einer Sprecherin derzeit noch zehn von 15 Intensivbetten frei.

Patienten-Anstieg am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg befürchtet

Ebenfalls mit einem Anstieg an Covid-19-Patienten rechnet auch das Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg, das in Nord- und Ostbayern als einer der Hauptversorger gilt, was Corona betrifft. Das teilte der ärztliche Direktor, Prof. Dr. Niels Zorger, am Nachmittag mit. Derzeit versorge das Krankenhaus rund 40 Corona-Patienten. Aktuell reichen laut Zorger zwar die Kapazitäten und personellen Ressourcen, man rechne allerdings mit einem Patienten-Anstieg und baue deshalb die Kapazitäten weiter aus. Demnach werde in den nächsten Tagen die zweite Isolierstation vollständig geöffnet. Die Intensivkapazitäten habe man bereits im Frühjahr verdoppelt und Personal aus anderen Bereichen entsprechend eingearbeitet.

Bisher ausreichende Kapazitäten am Klinikum St. Marien in Amberg

Auch im Klinikum St. Marien Amberg reichen die Kapazitäten derzeit noch aus. Wie eine Sprecherin am Nachmittag dem BR sagte, ist man hier aber auf einen Anstieg vorbereitet und könne wie im Frühjahr weitere Kapazitäten kurzfristig aufbauen. Das Klinikum habe ein Stufenkonzept ausgearbeitet, mit dem, bei weiter steigenden Zahlen, die notwendigen Maßnahmen definiert seien. Man profitiere von den Erfahrungen der ersten Welle. Die Zusammenarbeit einer Covid-Koordinierungsgruppe sowie eine Teststrategie hat sich bewährt, so die Sprecherin weiter. Von einer Überlastung sei derzeit nicht zu sprechen. Aktuell sind laut Klinikum 22 Patienten mit einer Covid-Infektion in Behandlung, drei davon werden intensivmedizinisch betreut, zwei davon werden beatmet. Freie Intensivbetten stehen zur Verfügung.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!