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Mehr Bußgeldbescheide gegen Schulschwänzer in Bayern | BR24

© dpa-Bildfunk/Jens Kalaene

Ein Junge sitzt mit seinem Schulranzen auf einer Tischtennisplatte auf einem Spielplatz in Berlin.

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    Mehr Bußgeldbescheide gegen Schulschwänzer in Bayern

    Bayerische Kommunen haben 2019 deutlich mehr Bußgeldbescheide wegen Schulschwänzens verschickt als im Vorjahr. Spitzenreiter ist in absoluten Zahlen München, den größten Zuwachs verzeichnete Augsburg. In Bad Kissingen gab es dagegen wenige Strafen.

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    Kommunen in Bayern haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Bußgeldbescheide wegen Schulschwänzens verschickt als 2018. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter 14 Landkreisen und kreisfreien Städten. Den größten Zuwachs verzeichnete die Stadt Augsburg. Dort wurden 688 Bußgeldbescheide mit einem Gesamtbetrag von rund 365.400 Euro ausgestellt, 67 Bescheide mehr als 2018.

    Stärkster Rückgang in Pfaffenhofen an der Ilm

    Auch im mittelfränkischen Landkreis Ansbach stieg die Zahl deutlich - von 92 Bescheiden 2018 auf 146 Bescheide 2019. Der Gesamtbetrag belief sich dort auf rund 38.300 Euro.

    Den stärksten Rückgang unter den befragten Städten und Landkreisen gab es im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Hier wurden mit 140 Bußgeldbescheiden 2019 genau 60 weniger als noch im Jahr davor ausgestellt. Die wenigsten Bußgeldbescheide, nämlich 6, wurden 2019 im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen erlassen.

    Mehr als 2.100 Bußgeldbescheide in München

    Spitzenreiter unter den befragten Städten und Landkreisen ist in absoluten Zahlen die Stadt München mit 2.137 Bußgeldbescheiden und einem Gesamtbetrag von rund 487.500 Euro. Dies müsse aber auch in Relation zur Größe der Stadt gesehen werden, hieß es.

    Viele Bescheide gegen Berufs- und Mittelschüler

    Mit Abstand am häufigsten wurden Bußgeldbescheide gegen Berufsschüler erlassen, gefolgt von Mittelschülern. Das Verhängen einer Geldbuße ist einem Sprecher des Kultusministeriums zufolge ein Ausnahmefall: "Wenn volljährige Schulpflichtige vorsätzlich nicht am Unterricht teilnehmen beziehungsweise Erziehungsberechtigte nicht dafür sorgen, dass ihre Kinder den Unterricht besuchen, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Vorher finden in der Regel Gespräche mit dem betroffenen Schüler, der betroffenen Schülerin und den Erziehungsberechtigten sowie gegebenenfalls dem Schulpsychologen statt."

    Keine Bußgeldbescheide wegen "Fridays for Future"

    Weshalb die Zahl der Bußgeldbescheide 2019 gestiegen ist, ist nicht klar. Einer Sprecherin des Landratsamtes Pfaffenhofen an der Ilm zufolge unterliegen die Zahlen immer starken Schwankungen.

    Einen Grund konnten aber alle 14 befragten Städte und Landkreise ausschließen: Kein Bußgeldbescheid wurde 2019 auf Grund der Teilnahme an einer "Fridays for Future"-Demonstration während der Schulzeit ausgestellt. "Das hängt jedoch auch wesentlich damit zusammen, dass die Schulen von Seiten der Staatlichen Schulaufsichtsbehörden angehalten sind, entsprechende Abwesenheiten nicht mit allen Mittel zu ahnden, sondern den Fokus beispielsweise auf pädagogische Maßnahmen, etwa Nacharbeit mit Schwerpunkt Umwelterziehung, zu richten", sagte Gerald Federle vom Bildungsreferat der Stadt Augsburg.

    Pisa-Studie zu Schulschwänzern

    Die jüngste Pisa-Studie ergab: Beim Schuleschwänzen sind die 15-Jährigen aus Deutschland weniger umtriebig als in anderen Ländern. Im OECD-Durchschnitt schwänzten 21 Prozent der Schüler in den zwei Wochen vor dem Pisa-Test einen ganzen Schultag, in Deutschland waren dies nur 13 Prozent.

    Hier die befragten Kommunen in Bayern:

    Landkreis Schwandorf (2019: 83 Bußgeldbescheide, Summe der Bußgeldbescheide: 13.044 Euro; 2018: 76 Bußgeldbescheide)

    Stadt Regensburg (2019: 358, 39.665 Euro; 2018: 316)

    Landkreis Neustadt an der Waldnaab (2019: 42, 7.500 Euro; 2018: 45)

    Landkreis Dingolfing-Landau (2019: 134, 15.645,50 Euro; 2018: 96)

    Landkreis Passau (2019: 35, 13.881,57 Euro; 2018: 17)

    Landkreis Garmisch-Partenkirchen (2019: 59, ca. 8.500 Euro; 2018: 59)

    Stadt München (2019: 2137, 487.493 Euro; 2018: 2130)

    Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm (2019: 140, 14.000 Euro; 2018: 200)

    Landkreis Hof (2019: 91, 32.845 Euro; 2018: 58)

    Landkreis Coburg (2019: 7, 1.780 Euro; 2018: 11)

    Landkreis Donau-Ries (2019: 50, 9.200 Euro; 2018: 60)

    Stadt Augsburg (2019: 688, 36.5428,25 Euro; 2018: 621)

    Landkreis Bad Kissingen (2019: 6, 1.080 Euro; 2018: 5)

    Landkreis Ansbach (2019: 146, 38.329,75 Euro; 2018: 92)

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