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Mehr Barrierefreiheit: Würzburger Verein will Legorampen bauen | BR24

© WüSL e. V.

Legorampe aus einem Projekt in Hanau

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    Mehr Barrierefreiheit: Würzburger Verein will Legorampen bauen

    Der inklusive Verein "WüSL – Selbstbestimmt Leben Würzburg" will mit einer ungewöhnlichen Aktion die Barrierefreiheit voranbringen: Der Verein sammelt in der Bevölkerung bunte Legosteine, um aus ihnen kleine Rollstuhlrampen im Stadtgebiet zu bauen.

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    Das Ziel des Würzburger Vereins ist es, bis zum Sommer 2021 - also innerhalb eines Jahres - insgesamt zehn Legorampen zu bauen. Diese Rampen sollen an Eingängen von Apotheken, Läden oder Cafés in der Würzburger Innenstadt aufgestellt werden, die eine Schwelle oder Stufe im Eingangsbereich haben.

    Rampen nicht als Dauerlösung, aber "mehr als ein Gag"

    Wie Michael Gerr von der WüSL-Beratungsstelle in der Spiegelstraße dem BR sagte, seien diese Rampen "dann nicht unbedingt als Dauerlösung gedacht", sondern sollten ein buntes Signal für mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum sein - "in der Hoffnung, dass später mal eine dauerhafte Rampe an die Stelle unserer Legorampe kommt". Aber die Rampen vor den etwa zehn Zentimetern hohen Schwellen und Bordsteinen sollten durchaus "mehr sein als ein Gag", so Michael Gerr, der selbst im Rollstuhl sitzt. "Die Rampen sollen mit dem Rollstuhl oder einem Rollator auch tatsächlich befahrbar und belastbar sein."

    Erfahrungswerte aus Projekten in Hanau und Köln

    Für eine Rampe würden jeweils etwa 1.000 Legosteine gebraucht, schätzt Michael Gerr. Besonders zum Rampenbau geeignet seien die sogenannten Basissteine mit 4 × 2 Noppen. Erfahrungswerte hat der Würzburger Verein im Austausch mit ähnlichen Rampenprojekten gesammelt, die bereits in Hanau und Köln verwirklicht wurden. Derzeit steht das Würzburger Projekt im Kontakt mit dem Ordnungsamt der Stadt, um die Bedingungen für mögliche Rampen auszuloten.

    Erste Sammelbox für Legostein-Spender in Würzburger Café

    Die erste Rampe soll in der Nähe des Beratungsbüros in der Spiegelstraße entstehen. Dazu müssen aber erstmal die nötigen Steine her. Eine erste Sammelbox ist nun im "Viertelcafé" in der Sedanstraße im Stadtteil Zellerau aufgestellt worden.

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    Die erste Lego-Sammelbox in einem Würzburger Café

    Weitere Sammelboxen für Steinespender sind in Planung. Ladeninhaber, die sich eine Sammelbox oder später eine Legorampe an ihren Geschäftsräumen vorstellen könnten, bittet der Verein, sich in der WüSL-Beratungsstelle zu melden - ebenso Spendenwillige, die ihre Legosteine abgeben möchten.

    Erste Lego-Rampe soll im August gebaut werden

    Michael Gerr hofft, dass im August die erste Rampe gebaut und aufgestellt werden kann. Was die Barrierefreiheit im Würzburger Stadtgebiet betrifft, bescheinigt Gerr zwar "eine gute Entwicklung in den vergangenen Jahren". Dennoch gebe es "noch viel zu tun und zu bewirken". Immer noch seien zu viele Restaurants, Cafés oder Läden für Rollstuhlfahrer gar nicht oder nur schwer zu erreichen. "Da ist die Auswahl nach wie vor doch ziemlich eingeschränkt“, so Gerr.

    Den Verein WüSL gibt es seit 25 Jahren. Derzeit hat der Verein etwa 100 Mitglieder. Ziel ist neben politischer Arbeit die Beratung von Menschen mit Behinderung. Seit zwei Jahren bietet der Verein auch hauptamtlich Beratungsstunden nach vorheriger Anmeldung an.

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