BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/M. Konvalin
Bildrechte: BR/M. Konvalin

Verschiedene Züge (Symbolbild)

Per Mail sharen

    Mehr Bahn fürs Klima: Welche Rolle Strecken in Schwaben spielen

    Die Staatsregierung stellt heute ihre Klimaschutz-Ziele vor. Dabei könnte der Bahnverkehr eine Rolle spielen, der in Schwaben teilweise reaktiviert wurde, wie die Trasse zwischen Senden und Weißenhorn. Auch die Staudenbahn-Strecke ist im Gespräch.

    Per Mail sharen
    Von
    • Torsten Thierbach
    • Joseph Weidl
    • Matthias Lauer

    Die Bahn hilft CO2 einzusparen und den Individualverkehr zu reduzieren. Und sie nimmt den Reisenden Stress. Deshalb wird die reaktivierte Bahnstrecke zwischen Senden und Weißenhorn im Landkreis Neu-Ulm liebevoll das "Bähnle" genannt. Dabei handelt es sich um eine alte Strecke, die es schon im 19. Jahrhundert gab. 1966 aber wurde sie stillgelegt. Viele Jahrzehnte später nahm man sie wieder in Betrieb.

    "Bähnle"-Reaktivierung 2013 - ein Erfolg

    Die kurze Bahn-Strecke, die Senden und Weißenhorn verbindet, ist für Pendler und Schüler, die in den Großraum Ulm bzw. Neu-Ulm wollen, besonders wichtig. Das zeigt sich darin, dass die Zugverbindung seit der Reaktivierung sehr gut angenommen wird: Rund 2.000 Fahrgäste nutzen sie jeden Tag.

    Im Rahmen des länderübergreifenden S-Bahn-Projekts zwischen Bayern und Baden-Württemberg von Ulm bis ins Allgäu wird sie weiter ausgebaut. Künftig werden dort also noch mehr Züge als bisher unterwegs sein, außerdem soll die ganze Strecke elektrifiziert werden.

    Wird auch die Staudenbahn reaktiviert?

    Wenn es die Staatsregierung mit der Energie- und Verkehrswende ernst meint, dann müsse sie auch regionale Bahnstrecken wie die der Staudenbahn im Landkreis Augsburg wieder in Betrieb nehmen. Das sagt Josef Böck, Chef des Staudenbahn-Schienenweg-Trägervereins.

    Die knapp 43 Kilometer lange Strecke wurde im Jahr 1991 deaktiviert. Seitdem kämpft der Verein für die Wiederbelebung der Staudenbahn. Mindestens 22 Millionen Euro würde die Sanierung der Strecke zwischen Gessertshausen und Langenneufnach kosten.

    Neue Bahntrasse zwischen Augsburg und Ulm

    Finanzierbar wäre die Wiederbelebung unter anderem durch die Mittel aus einem Förderprogramm. Die werden allerdings erst nach einer positiven Kosten-Nutzen-Analyse in Aussicht gestellt. Aber die läuft aktuell, in Auftrag gegeben durch das zuständige Landratsamt Augsburg. Selbst wenn die Finanzierung steht, würde es sicher noch bis zum Jahr 2025 dauern, bis die Staudenbahn wieder rollen könnte, vermutet Josef Böck.

    Von Augsburg nach Ulm in 26 Minuten: Ein Ausbau der Bahnstrecke soll das möglich machen. Dabei wird eine ganz neue Trasse entstehen. Derzeit brauchen ICEs noch 38 bis 43 Minuten für die Strecke, so Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Bayern. Um die verkürzte Fahrzeit zu erreichen, muss die Strecke allerdings anders als bisher verlaufen. Vier Varianten sind derzeit im Gespräch.

    Fernzüge sollen weiterhin in Günzburg halten

    Auch durch eine neue südlichere Haupttrasse werden noch Fernzüge im nördlich gelegenen Günzburg halten, sagt Josel. Günzburgs Landrat Hans Reichhart betonte, dass durch den Ausbau der Verbindung auch der Nahverkehr gestärkt werde. Laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft ist ein Halbstundentakt geplant. Voraussichtlich Ende 2022 erfolgt ein Raumordnungsverfahren, mit dessen Ergebnis sich dann der Bundestag beschäftigt.

    Wasserstoffzug zwischen Augsburg und Füssen

    Schon das herkömmliche Fahren mit der Bahn spart Treibhausgase. Bayern plant den Probebetrieb eines neuen, mit klimafreundlichem Wasserstoff betriebenen Zugs in Schwaben und Oberbayern. Er soll zunächst auf der Strecke zwischen Augsburg und Füssen getestet und ab Mitte 2023 eingesetzt werden.

    Gerade im regionalen Bahnverkehr könnten Emissionen reduziert werden, erklärt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. Denn hier gebe es immer noch viele Strecken, die bislang nicht elektrifiziert wurden. Dort fahren in der Regel mit Diesel betankte Triebwagen. Hier liege für Wasserstoff viel Potenzial und die Hoffnung, dass der Schienenverkehr künftig vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden könne.

    Testzug: umweltfreundlich und schnell

    Der neue Zug werde auf der Strecke Augsburg - Füssen im Vergleich zum Dieselantrieb bei jeder Hin- und Rückfahrt rund 1,2 Tonnen CO2 einsparen. Außerdem könne er schneller beschleunigen und schneller fahren als ein Dieselzug. Nach einer Pilotphase 2023 soll der Zug im Januar 2024 regulär in Betrieb gehen.

    "Hier ist Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!