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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Die Inzidenzzahlen steigen weiter und das macht sich besonders in den Krankenhäusern bemerkbar. Auch in Bayern sind immer mehr Intensivbetten belegt. Die betroffenen Stationen der großen Kliniken sind deswegen schon wieder in Alarmbereitschaft.

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Bayerische Intensivmediziner warnen vor Klinik-Engpässen

Die Corona-Infektionszahlen steigen, die britische Variante breitet sich aus - und das besorgt Intensivmediziner: In München, Augsburg und anderswo erwarten sie stark steigende Patientenzahlen auf den Stationen. Kann nun das Frühlingswetter helfen?

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Von
  • Mathias Flasskamp
  • BR24 Redaktion

Am Klinikum München-Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität blickt das medizinische Personal der Intensivstation mit Sorge auf die aktuell steigenden Infektionszahlen. Der leitende Oberarzt Dr. Michael Irlbeck warnt im BR-Interview: "Wir sehen die ansteigenden Zahlen im Augenblick unter den momentanen Maßnahmen der Pandemiebekämpfung. Wenn diese nicht verschärft werden, werden wir auch in Deutschland an die Kapazitätsgrenzen der intensivmedizinischen Versorgung gelangen."

Krankheitsverläufe mit britischer Variante wohl häufiger schwer

Ein weiteres Problem sei der mittlerweile hohe Anteil an Patienten, die sich mit der britischen Mutationsvariante infiziert haben. Hier könnten deutlich häufiger schwere Verläufe der Krankheit beobachtet werden, so der Intensivmediziner.

Signal der Zuversicht: "Wir sind gewappnet"

Auch an der Uniklinik Augsburg rechnen die Verantwortlichen in naher Zukunft wieder mit einer deutlichen Zunahme von Covid-19-Patienten, die intensivmedizinische Behandlung benötigen.

Der ärztliche Direktor, Prof. Michael Beyer, will aber gleichzeitig auch ein Signal der Zuversicht an die Bevölkerung aussenden: "Wir werden sicher einen Anstieg haben, aber - auch das ist eine Botschaft - wir sind gewappnet. Egal wie die dritte Welle aussieht, wir werden mit ihr fertig werden!", so der Klinikleiter im BR. Seine Hoffnung richte sich dabei auf den beginnenden Frühling, so der Mediziner. Bei höheren Temperaturen sei das Virus weniger stabil. 

16 Prozent der Intensivpatienten in Bayern sind Corona-Erkrankte

Auch in anderen Teilen Bayerns werden in den nächsten Wochen Engpässe auf Intensivstationen befürchtet. So ist beispielsweise die Auslastung in einigen niederbayerischen Landkreisen bereits recht hoch, auch in Unterfranken sind immer mehr Intensivbetten belegt. In Oberfrankens Klinken werden Intensivbetten knapp. So gibt es etwa im Landkreis Hof von insgesamt 17 Intensivbetten kein freies Bett mehr, wie aus den gestrigen Zahlen des Registers der Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervorging. Auch In Kulmbach ist die Lage ernst: Dort ist aktuell nur eines von 27 Betten nicht belegt. Bamberg und Coburg liegen ebenfalls im roten Bereich.

Momentan sind die Intensivbetten in Bayern zu rund 90 Prozent belegt. Der Anteil an Covid-19-Patienten liegt bei rund 16 Prozent.

Auch Bundesgesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler fürchten eine Überlastung des Gesundheitssystems. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sieht indes zurzeit noch keine überlasteten Kliniken auf Deutschland zukommen. Im SWR verwies er auf die voranschreitenden Impfungen, die diesem Szenario entgegenstehen könnten.

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