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Mediziner und Rotes Kreuz warnen vor steigendem FSME-Risiko | BR24

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Schild warnt vor Zecken

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    Mediziner und Rotes Kreuz warnen vor steigendem FSME-Risiko

    Zahlreiche Mediziner und das Deutsche Rote Kreuz warnen vor einer erhöhten Gefahr, die in diesem Sommer von Zecken ausgeht. Heuer sei das Risiko, sich mit FSME, einer Hirnhaut- beziehungsweise Gehirnentzündung, anzustecken, um 50 Prozent höher.

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    Von
    • Alisa Wienand

    In diesem Sommer könnte das Risiko – sich mit FSME, einer Hirnhaut- beziehungsweise Gehirnentzündung – anzustecken, um 50 Prozent höher als in den vorangegangenen Jahren sein. Zahlreiche Mediziner und das Deutsche Rote Kreuz warnen hierbei vor einer erhöhten Gefahr, die von Zecken ausgeht.

    Der Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME in München Gerhard Dobler sagt gegenüber dem BR, dass das Risiko, sich nach einem Zeckenstich mit der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) zu infizieren, in diesem Jahr um rund 50 Prozent steige. Das liege daran, dass sich das Verhältnis der Entwicklungsstadien verändert habe.

    In diesem Jahr deutlich mehr erwachsene Zecken

    Zecken in erwachsenen Stadien hätten 2019 nur circa zehn Prozent der gesamten Zeckenpopulation ausgemacht. 2020 sei die Anzahl der erwachsenen Zecken auf 30 Prozent angestiegen. Dobler sagt, dass erwachsene Zecken den FSME-Virus im Durchschnitt rund fünfmal öfter in sich tragen im Vergleich zu Nymphen, also Zecken im Jugendstadium. In Unterfranken sei jedoch nicht mit einem erheblich höheren Risiko zu rechnen. Denn FSME sei in dem Bezirk nahezu verschwunden. Noch vor etwa 15 Jahren sei Unterfranken das Gebiet mit den meisten FSME-Fällen gewesen. Warum die Zahlen so stark zurückgegangen sind, sei unklar.

    Unterfranken ist FSME-Risikogebiet

    Abgesehen vom Stadtgebiet Schweinfurt gilt ganz Unterfranken nach Angaben des Robert-Koch-Instituts als FSME-Risikogebiet. Auch das Deutsche Rote Kreuz warnt Wanderer und Sportler vor erhöhten Gefahren durch Zecken. Aufgrund des milden Winters gebe es mehr Zecken als in den Vorjahren, heißt es in einer Mitteilung. Das bestätigt auch Jochen Krauß, Professor für Tierökologie an der Universität Würzburg. "Wenn das Frühjahr warm ist, ist die Mortalitätsrate gering und Zecken können sich besser vermehren", sagt er. Es sei ein wahrscheinliches Szenario, dass die Anzahl an Zecken und damit das Risiko an Infektionen steige.

    In den Meldedaten spiegelt sich das jedoch nicht wieder. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind 2019 im Zeitraum von Januar bis Mitte Mai insgesamt 21 FSME-Fälle registriert worden. 2020 waren es im gleichen Zeitraum nur neun Fälle. Auf dieser Grundlage geht das LGL nicht von einem steigenden Infektionsrisiko aus.

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