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Klinikum Bayreuth: Vorerst keine Kooperation mit dem Medcenter | BR24

© Thorsten Gütling

Zu einer Kooperation zwischen dem Medcenter und dem Klinikum Bayreuth in der Corona-Krise wird es vorerst nicht kommen.

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    Klinikum Bayreuth: Vorerst keine Kooperation mit dem Medcenter

    Zu einer Kooperation zwischen Medcenter und Klinikum Bayreuth wird es vorerst nicht kommen. Der Geschäftsführer des Klinikums hat einen entsprechenden Vorschlag abgelehnt. Dieser würde das Klinikum kaum entlasten und den Aufwand nicht rechtfertigen.

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    Von
    • Thorsten Gütling

    Das Medcenter Bayreuth wird in der Corona-Krise vorerst nicht mit dem Bayreuther Klinikum kooperieren. Ein entsprechendes Angebot des Medizinischen Versorgungszentrums hat die Geschäftsführung des Klinikums abgelehnt. Medcenter-Chef Wolfgang Gruber hatte vorgeschlagen, dem Klinikum bis auf Weiteres Räume, Einrichtung und Personal seines Hauses zur Versorgung von Patienten zu überlassen, die nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Damit sollte die Notfallambulanz des Klinikums entlastet werden und Kapazitäten für die Behandlung Infizierter frei werden.

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    Gruber beruft sich auf RKI und Ministerium

    Gruber berief sich bei seinem Vorschlag auf Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI), wonach eine räumliche Trennung von infizierten und nicht-infizierten Patienten notwendig sei, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Gruber verwies außerdem auf eine Allgemeinverfügung des Innenministeriums, wonach Kliniken zur Zusammenarbeit verpflichtet sind und Kapazitäten zur Behandlung von Infizierten ausgebaut werden sollen. Eigenen Angaben zufolge, hätten die Gewinne der Kooperation beim Klinikum Bayreuth bleiben sollen.

    Aufkommen Nichtinfizierter am Klinikum stark gesunken

    Dennoch hat der Geschäftsführer des Klinikums Bayreuth, Thomas Jendges, die Zusammenarbeit vorerst abgelehnt. Schriftlich hat er Gruber wissen lassen, dass die Zahl der Patienten, die das Klinikum wegen anderer Gründe als einer Corona-Infektion aufsuchten, zuletzt stark gesunken sei. Die Pläne würden das Klinikum daher kaum entlasten und den Aufwand nicht rechtfertigen. Eine Konzentration von Patienten, wie sie die Pläne des Medcenters vorsehen, werde zudem wegen der Infektionsgefahr abgelehnt. Eine Konzentration finde aber auch am Klinikum statt, weswegen nur von einer Umleitung der Patientenströme, weg von den Infizierten, die Rede sein könne, hält Gruber dagegen. Im Klinikum würden Infizierte und Nichtinfizierte strikt getrennt, erwidert das Klinikum.

    Spätere Kooperation mit Medcenter nicht ausgeschlossen

    Auf Nachfrage des BR heißt es aus dem Klinikum, man habe dem Medcenter mitgeteilt, dass die Überlassung einzelner Mitarbeiter und Räume zu einem späteren Zeitpunkt eine Option sein könnte. Vorausgesetzt die Kassenärztliche Vereinigung stimme einer vorübergehenden Verlegung eines Arztsitzes zu.

    Betrieb des Medcenters könnte zurückgefahren werden

    Gruber fürchtet, dass das Medcenter dann aber vielleicht gar nicht mehr so schnell helfen könnte, wie es nötig wäre. Geht die Zahl der Nichtinfizierten, die sich dort in der Corona-Krise ambulant oder stationär operieren lassen, weiter zurück, müsse der Betrieb zurückgefahren werden. Ärzten und Mitarbeitern des Medcenters drohe Kurzarbeit. Werde das Versorgungszentrum dann gebraucht, weil die Zahl der Infizierten schnell steige, könnte sich ein schnelles Hochfahren des Betriebs schwierig gestalten.

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