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Lernplattform: Piazolo rät von Mebis-Nutzung am Montag ab | BR24

© dpa-Bildfunk

Michael Piazolo, Kultusminister von Bayern

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    Lernplattform: Piazolo rät von Mebis-Nutzung am Montag ab

    Wieder Ärger um die Lernplattform Mebis: Während das Kabinett heute wohl beschließen wird, dass die Schulen in Bayern vorerst zu bleiben, rät das Kultusministerium von der Mebis-Nutzung am Montag ab. Die Opposition reagiert empört.

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    Von
    • Eva Eichmann

    Wenn das bayerische Kabinett heute Vormittag berät, werden die Minister wohl beschließen: Die bayerischen Schulen bleiben erst mal zu.

    Die Kinder und Jugendlichen werden wie vor Weihnachten per Distanzunterricht beschult. Das Kultusministerium scheint seiner Lernplattform Mebis nicht zu vertrauen und bittet die Schulen um Zurückhaltung.

    Ministerium: "Lernplattform nur sehr zurückhaltend nutzen"

    Probleme mit der Lernplattform Mebis gibt es seit dem ersten Lockdown. Versuchten sich zu viele Nutzer anzumelden, brach Mebis bisher regelmäßig zusammen. Das Ministerium bittet deshalb die Schulen, am kommenden Montag, wenn der Unterricht wieder beginnt, "Spitzenlasten zu vermeiden und die Lernplattform nur sehr zurückhaltend zu nutzen. In den nachfolgenden Tagen könne der Einsatz von mebis sukzessive gesteigert werden."

    Der regelmäßige Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern sei wichtig. Deshalb schreibt das Ministerium den Schulen, neben Videokonferenzen und E-Mails könnten Lehrer auch das Telefon nutzen, um regelmäßigen Kontakt mit den Schülern zu halten.

    Söder forderte Mebis-Ertüchtigung

    Ministerpräsident Markus Söder hatte von Kultusminister Michael Piazolo vor Weihnachten verlangt, bis zum Schulstart am 11. Januar die Probleme zu beseitigen. Dass die von Piazolo angekündigte Ertüchtigung von Mebis wirkt, darauf scheint der Minister aber selbst nicht zu vertrauen. Die Schulen sollen sich gestaffelt nach Zeiten einloggen dürfen. Je nach Schulnummer also um 8:15 Uhr, um 8:30 Uhr und so weiter.

    Opposition: "Panik" und "Bettelbrief"

    Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, nannte den Vorgang auf Twitter "das typische Piazolo-Muster: sich von Ferien zu Ferien hangeln und hoffen, irgendwie geht’s dann schon." Schulze kritisierte weiter, dass Piazolo es verpasst habe, zu Beginn der Pandemie eine funktionierende Infrastruktur für das digitale Lernen aufzubauen.

    Für Max Deisenhofer von den Landtagsgrünen ist das Schreiben ein Anzeichen von "Panik" im Ministerium. Eine zeitliche Staffelung nach Schulen sei praxisfern und der Aufruf des FW-Kultusministers, Mebis am Montag nicht zu nutzen, geradezu lächerlich, sagt Deisenhofer.

    Ismail Ertug, Europaabgeordneter der SPD nannte den Hinweis des Kultusministeriums "nur noch peinlich". "Mebis sollte bis zum 11. Januar laufen. Das scheint eine bloße Wunschvorstellung zu sein", erklärte Ertug auf Twitter.

    Ganz ähnlich die Reaktion der FDP: Matthias Fischbach spricht von einem "Bettelbrief" des Ministers, der dessen politisches Überleben sichern solle. Zwar kommuniziere Piazolo diesmal frühzeitiger mit den Schulen. Allerdings, findet Fischbach, die Art und Weise wie kommuniziert werde, zeige, dass der Minister mit der Lage noch immer überfordert sei.

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