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Eröffnung der Max-Mannheimer-Mittelschule Garching am 11.10.2018.
© BR/Lorenz Storch

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Lorenz Storch
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Eröffnung der Max-Mannheimer-Mittelschule Garching am 11.10.2018.

Max-Mannheimer-Mittelschule Garching steht in silbernen Lettern über dem Eingang. Samuel, zehn Jahre und Urenkel von Max Mannheimer schaut sich das an, grinst und findet es "schon cool".

Katharina ist Schülerin an der Garchinger Mittelschule. Sie war nicht dabei, als der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer noch kurz vor seinem Tod 2016 in Garching war. Aber sie bewundert, "dass er sich als Ziel gesetzt hat, nicht uns zu verurteilen oder zu sagen, wir sind schuld, sondern einfach dafür sorgen wollte, dass sowas nicht nochmal passiert. Und das finde ich furchtbar stark von ihm, weil ich bin mir nicht sicher, ob das jeder so getan hätte, weil ich denke mir, man hätte dann so einen Hass auf diese Menschen."

"Er hat den Hass runtergeschluckt und hat dafür gekämpft, dass es halt nicht nochmal passiert. Das finde ich super!" Katharina, Schülerin der Max-Mannheimer-Mittelschule Garching

Max Mannheimer: lebhaft, lustig, witzig

Seit er 1986 seine Lebensgeschichte für seine Tochter aufgeschrieben hatte, fühlte Mannheimer die Verantwortung, sie auch anderen weiterzugeben. Vor allem in Schulen war er oft. Ordensschwester Elija Boßler beschreibt, wie ihr Freund Max gerade junge Menschen erreichte.

"Er war ein sehr lebendiger, lebhafter, lustiger, witziger Mann, der mit seinem ganzen Charme also gleich das Gegenüber in Beschlag nahm und auch einfach nicht diese Vorstellung von einem Holocaust-Überlebenden." Ordensschwester Elija Boßler

Gerade jetzt ist Max Mannheimers Botschaft wichtig, findet sie. Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann pflichtet bei.

"Im Wesentlichen geht's ja darum, dass wir ein Miteinander brauchen. Wir brauchen ein Miteinander und nicht die Tendenzen, die im Moment in Europa, in Deutschland ausstrahlen, dass man wieder nur auf sich schaut und klein klein denkt, nein! Wir müssen miteinander leben!" Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann

Menschlichkeit ist Mannheimers Vermächtnis

Die Rektorin der frisch benannten Max-Mannheimer-Mittelschule, Tanja Pringsheim, glaubt dass der Namensgeber ein guter Anknüpfungspunkt ist für die Erziehung ihrer Schüler.

"Ich glaube, da steht nicht nur das Thema Holocaust im Vordergrund, was er damals erlebt hat, sondern vorwiegend das, was er sich gewünscht hat, wie man damit weiterlebt. Wie geht man damit um? Ich denke, gerade in Zeiten wie diesen - wir haben Landtagswahlen - und ich bin gespannt, was rauskommt - ist es ja umso wichtiger, junge Menschen auf das Leben vorzubereiten. Und das wollen wir im Sinne Max Mannheimers umsetzen hier an der Schule." Rektorin Tanja Pringsheim

Ihm selbst hätte das gut gefallen, glaubt Schwester Elija. Er wäre still dagesessen und hätte die Zeremonie genossen. Und Max Mannheimers Urenkel Samuel weiß, Uropa war "ein starker und ein sehr netter und witziger". Ein Mensch eben. Und Menschlichkeit ist sein Vermächtnis.

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Eröffnung der Max-Mannheimer-Mittelschule Garching am 11.10.2018.

Eröffnung der Max-Mannheimer-Mittelschule Garching am 11.10.2018.

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