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Maurice K.: Prozessbeginn nach tödlicher Schlägerei in Passau | BR24

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© BR/Daniel Knopp

Blumen und Kerzen am Tatort

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Maurice K.: Prozessbeginn nach tödlicher Schlägerei in Passau

Vor sieben Monaten ist der 15-jährige Maurice K. nach einer Schlägerei mitten in der Passauer Innenstadt gestorben. Vor dem Landgericht Passau beginnt der Prozess gegen mehrere junge Männer wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

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Die Stadt Passau stand damals unter Schock: Im April dieses Jahres ist der 15 Jahre alte Maurice K. nach einer Schlägerei in Passau zu Boden gegangen und gestorben. Heute um 9 Uhr beginnt der Prozess vor dem Landgericht Passau. Sechs junge Männer im Alter von 15 bis 25 Jahren sitzen auf der Anklagebank. Fünf von ihnen wirft die Staatsanwaltschaft Körperverletzung mit Todesfolge vor, einem wird Beihilfe zur Last gelegt.

Keine Entschuldigung bei der Familie

Die Familie von Maurice K. zeigte sich dem BR gegenüber enttäuscht, dass sich keiner von den mutmaßlichen Tätern bei ihnen meldete. Weder per Brief noch auf einem anderen Weg. Die Tat hatte im April weit über Passau hinaus für Aufsehen gesorgt.

Der Tathergang

Maurice K. hatte sich mit einem Gleichaltrigen verabredet, um einen Streit auszutragen. Laut Staatsanwaltschaft eskalierte die verbale Auseinandersetzung zu einer Schlägerei, in die sich immer mehr Anwesende einmischten. Rund 20 Jugendliche und junge Erwachsene, die über soziale Medien "eingeladen worden waren", beobachteten die Schlägerei. Vier von ihnen sollen sich mit Schlägen und Tritten beteiligt, einer soll die Schlägerei angefeuert haben. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Der zur Beihilfe Angeklagte soll nicht eingegriffen und stattdessen versucht haben, Zeugen davon abzuhalten bei der Polizei auszusagen.

Nach Faustschlägen gegen Kopf und Oberkörper ging Maurice K. schließlich bewusstlos zu Boden. Als ein Notarzt versuchte ihn zu reanimieren, kam dessen Mutter dazu, die zufällig in der Nähe gewesen war. Die Wiederbelebungsversuche scheiterten. Der 15-Jährige starb wenig später im Passauer Klinikum. Die Obduktion ergab, dass er an seinem eigenen Blut erstickt ist.

Die Aufklärung

Bislang ist unklar, worum es bei dem Streit ging. Genauso ist unbekannt, wer dem Jungen den möglicherweise tödlichen Schlag verpasst hat. Für vier der Beschuldigten greift Jugendstrafrecht, weil sie zwischen 14 und 20 Jahre alt sind. Im Fall einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge drohen den erwachsenen Angeklagten Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren.

Insgesamt sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 17. Januar 2019 gesprochen werden.

© BR/Martin Gruber

Die Angeklagten vor dem Landgericht Passau