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Die Angeklagten warten zusammen mit ihren Anwälten auf die Plädoyers
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Katharina Häringer
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Die Angeklagten warten zusammen mit ihren Anwälten auf die Plädoyers

Vor dem Landgericht Passau sind die Plädoyers im Fall um den getöteten Schüler Maurice K. gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft plädiert dafür, die Angeklagten nur wegen gefährlicher Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei zu verurteilen. Bei keinem der Angeklagten sieht sie den Tatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge gegeben. Das teilte das Gericht am Donnerstag schriftlich mit.

Unklar, wer Maurice den tödlichen Schlag verpasste

Im Laufe des Prozesses wurde nicht klar, wer Maurice den tödlichen Schlag oder Tritt verpasst hatte. Sollte das Gericht der Staatsanwaltschaft folgen und die jungen Männer nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilen, würde sich auch das Strafmaß deutlich reduzieren. Bei dem einzigen erwachsenen Angeklagten kommt noch das Führen einer Schusswaffe hinzu. Für ihn fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Für zwei jugendliche Angeklagte fordert die Staatsanwaltschaft eine Jugendstrafe von drei Jahren, für einen Jugendlichen soll die Freiheitsstrafe von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

Freispruch für zwei jugendliche Angeklagte?

Die Verteidiger von zwei jugendlichen Angeklagten plädierten auf Freispruch. Bei dem dritten Jugendlichen forderte der Verteidiger die Leistung von Sozialstunden. Außerdem sollen zwei Teenager in einer Jugendeinrichtung bleiben. Der Verteidiger des erwachsenen Angeklagten forderte eine Freiheitsstrafe, dessen Höhe er laut Gericht nicht bezifferte und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Die Urteilsverkündung ist für den 17. Januar um 14 Uhr geplant.

Vier Angeklagte warten jetzt aufs Urteil

Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten gestern vor dem Landgericht ihre Plädoyers hinter verschlossenen Türen gehalten. Zuletzt mussten sich noch vier Jugendliche und Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren für den Tod des Schülers verantworten. Ursprünglich saßen sechs Beschuldigte auf der Anklagebank. Die Verfahren gegen zwei 18 und 22 Jahre alte Verdächtige hatte das Gericht aber eingestellt.

Maurice erstickte am eigenen Blut

Der 15 Jahre alte Maurice K. hatte sich im April mit einem der Angeklagten zu einer körperlichen Auseinandersetzung nach dem Motto "eins gegen eins" verabredet. Laut Anklage mischten sich Zuschauer in den Streit ein, die Situation eskalierte. Maurice starb an den Folgen der Schlägerei. Ein medizinisches Gutachten ergab, dass der Junge nach einem Nasenbeinbruch an seinem eigenen Blut, das in den Körper gelangte, erstickt war.