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Maßnahmen gegen Landarztmangel greifen nur langsam | BR24

© pa/dpa/Armin Weigel

Wegweiser zum Arzt in Blaibach

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    Maßnahmen gegen Landarztmangel greifen nur langsam

    Bayern steuert weiter auf einen immer größeren Mangel an Hausärzten vor allem auf dem Land zu. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) ist mittlerweile jeder dritte Hausarzt über 60 Jahre alt.

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    Im vergangenen Jahr konnten von 414 Praxen, die einen Nachfolger suchten, 87 nicht nachbesetzt werden, erklärte die KVB weiter. Die Landesärztekammer beobachtete zwar einen leichten Anstieg bei den Prüfungen zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Nach Einschätzung ihres Präsidenten Max Kaplan reicht die Zahl aber bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken: "Um den Bedarf zu decken, bräuchten wir 20 Prozent."

    Langfristige Studienreform

    Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) will unter anderem mit einer Reform des Medizinstudiums gegensteuern. Der "Masterplan 2020" sieht unter anderem vor, dass Nachwuchsmediziner während des Studiums mehr Erfahrung in Hausarztpraxen sammeln. Huml hofft, dass so mehr Berufsanfänger "neugierig werden und sagen: das ist genau mein Ding, das möchte ich machen." Nach Ansicht von Fachleuten wird es jedoch noch dauern, bis solche Maßnahmen greifen.

    Auch Thomas Kühlein, der an der Universität Erlangen-Nürnberg den Lehrstuhl für Allgemeinmedizin leitet, hält eine Aufwertung der Arbeit der Hausärzte für dringend nötig: "Wir haben immer mehr ältere Patienten, die jemanden brauchen, der den Überblick behält." Er hält einen grundlegenden Wandel in der Patientenversorgung für unausweichlich. Seiner Ansicht nach gehört die Zukunft Ärztezentren, in denen mehrere Mediziner zusammenarbeiten, mit Unterstützung von gut ausgebildetem medizinischem Fachpersonal.