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Keine neuen Auflagen nach Masseninfektion in Ankerzentrum | BR24

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Im Regensburger Ankerzentrum in der Pionierkaserne sind 56 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit überschreitet die Stadt Regensburg den festgelegten Schwellenwert. Neue Einschränkungen drohen in Regensburg dennoch nicht.

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Keine neuen Auflagen nach Masseninfektion in Ankerzentrum

Im Regensburger Ankerzentrum in der Pionierkaserne sind 56 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit überschreitet die Stadt Regensburg den festgelegten Schwellenwert. Neue Einschränkungen drohen in Regensburg dennoch nicht.

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Von
  • Michael Buchner
  • Marcel Kehrer

Wegen zahlreicher Neuinfektionen in Flüchtlingsunterkünften überschreitet die Stadt Regensburg den Schwellenwert, ab dem der Freistaat und der Bund Maßnahmen fordern. Allerdings teilt das Bayerische Gesundheitsministerium die Aufassung von Stadtverwaltung und Bezirksregierung, dass in Regensburg keine neuen Einschränkungen erlassen werden müssen.

Klar eingrenzbares, lokales Ereignis

Mit 56 Coronafällen im Ankerzentrum für neu angekommene Asylbewerber schnellt die Zahl an Neuinfektionen in der Stadt zwar nach oben. Bei klar eingrenzbaren, lokal begrenzten Ereignissen, wie hier in der Pionierkaserne, seien Maßnahmen in der betroffenen Einrichtung aber ausreichend, so Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) auf Anfrage. "Die von den zuständigen Behörden vor Ort getroffenen Maßnahmen sind aus Sicht des Bayerischen Gesundheitsministeriums nach den uns vorliegenden Informationen zielführend und angemessen", so Huml.

Auflösung aller Ankerzentren gefordert

Flüchtlingshelfer wie Campus Asyl oder der Flüchtlingsrat kritisieren, man hätte die Flüchtlinge frühzeitig dezentral unterbringen können, die oft beengten Gemeinschaftsunterkünfte seien Infektionsherde. Das Regensburger "Bündnis gegen Abschiebelager" fordert die sofortige Auflösung aller Lager. Wie das Bündnis mitteilt, werde beim Infektionsschutzgesetz, um einen Ausbruch von Covid-19 zu vermeiden, mit zweierlei Maß gemessen. Das Gesetz werde bei öffentlichen und privaten Einrichtungen durchgesetzt, während es in Unterkünften von geflüchteten Menschen "sträflich vernachlässigt wird".

Infektionsschutz könne in diesen Häusern, in denen sich mehrere Personen enge Zimmer, Küchen und sanitäre Einrichtungen teilen müssen, nicht umgesetzt werden, so ein Sprecher. Infektionen würden bewusst in Kauf genommen und Menschenleben aufs Spiel gesetzt.

Ankerzentrum unter Quarantäne

Im Ankerzentrum Regensburg sind 56 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Betroffenen seien auf dem Gelände isoliert untergebracht, teilte die Regierung der Oberpfalz am Montag mit. Die gesamte Flüchtlingsunterkunft stehe unter Quarantäne, für alle Bewohner gelten verschärfte Hygienemaßnahmen.

Nachdem dort vier Fälle von SARS-CoV-2 festgestellt worden waren, hatte das Gesundheitsamt eine Untersuchung der 127 Bewohner angeordnet. Schon in der vergangenen Woche seien 42 Fälle in der Gemeinschaftsunterkunft Dieselstraße und ein Fall in der Gemeinschaftsunterkunft Alte Straubinger Straße bekannt geworden.

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