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Massai-Junge Safari gut in Bayreuth angekommen | BR24

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Der zwölfjährige Massai Junge Safari ist gut in Bayreuth angekommen. Er wurde von Rettungssanitätern vom Flughafen Frankfurt nach Bayreuth transportiert.

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Massai-Junge Safari gut in Bayreuth angekommen

Der 12-jährige Safari, der bei einem Stromschlag in Tansania schwer verletzt worden war, ist gut in Bayreuth angekommen. "Ein Einsatz, den man nicht alle Tage hat" – so der ehrenamtliche Rettungssanitäter Frank Zeißler über den Transport des Jungen.

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In einem Sanitätsauto wurde der schwerverletzte Massai-Junge Safari heute Morgen vom Frankfurter Flughafen nach Bayreuth gebracht. "Es hat alles geklappt, wir haben heute Morgen den Flieger noch einfliegen sehen. Dann verlief alles reibungslos", so Rettungssanitäter Zeißler. Nicht ganz vier Stunden hat der Transport gedauert, dann konnte der Privatdozent und Chefarzt der plastischen Chirurgie am Klinikum Bayreuth, Jürgen Dolderer, seinen jungen Patienten in der Notaufnahme begrüßen.

Zahlreiche Hürden genommen

Dolderer zeigte sich sehr erleichtert, als Safari ankam. "Wir sind alle sehr froh, dass wir das gemeinschaftlich so gemeistert haben", so Dolderer. Im Vorfeld mussten einige Hürden genommen werden - vom Visum über den Pass bis zur Organisation eines Liegend-Transports. Der kleine Massai mache einen guten und stabilen Eindruck, so sein Arzt weiter.

"Obwohl es für einen 12-jährigen Jungen ein enormer Kulturschock ist, dies hier alles zu sehen." Jürgen Dolderer, Privatdozent und Chefarzt der plastischen Chirurgie am Klinikum Bayreuth

Tapferer Kämpfertyp

Safari hatte zuvor noch nie ein Flugzeug gesehen und hat nun einen zehn Stunden Flug hinter sich. "Er hat dies alles wunderbar gemeistert und das zeigt auch das, was wir im Vorfeld von ihm kennengelernt haben: Er ist ein Kämpfertyp, der viele Dinge einfach möchte. Das sind sehr gute Grundvoraussetzungen, um hier jetzt weiter zu machen mit den anstehenden Operationen", so Jürgen Dolderer.

Im Klinikum Bayreuth verschaffen sich die Ärzte nun erst einmal ein neues Bild vom Zustand des Jungen, um dann bei der Versorgung dort anzuknüpfen, wo in Tansania aufgehört wurde. Das Zeitfenster ist eng: Safari hat ein dreimonatiges Visum für Deutschland bekommen.

Dolderer lernte Safari in Tansania kennen

Durch einen Stromschlag hatte Safari seinen rechten Arm und beide Unterschenkel verloren und schwere Verbrennungen erlitten. Der Bayreuther Privatdozent und Chefarzt der plastischen Chirurgie am Klinikum Bayreuth, Jürgen Dolderer, lernte Safari vor wenigen Wochen bei einem Hilfseinsatz der Organisation Interplast Germany kennen. Ihm war schnell klar: In Tansania wird Safari keine Chance haben. Zumal der Junge von seinem Stamm nach dem Unglück verstoßen wurde, da er nicht alleine überleben könnte. Ein für die Massai gängiges Vorgehen. Nur sein großer Bruder blieb bei ihm.

Große Welle der Hilfsbereitschaft

Gemeinsam mit seinem Team setzte Jürgen Dolderer alle Hebel in Bewegung, um dem Jungen zu helfen. Was folgte, war eine große Welle der Hilfsbereitschaft in Bayreuth in enger Zusammenarbeit zwischen Stadt, Klinikum, Bayerischem Roten Kreuz und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. In Bayreuth soll der Junge jetzt weiter versorgt und operiert werden und im Anschluss Prothesen erhalten.

Afrikanische Ärztin hospitiert

Durch eine Spendenaktion sind bereits mehr als 25.000 Euro zusammengekommen. Der Unterstützerkreis für Safari freut sich über jede weitere Spende. Seine Unterstützer aus Bayreuth stehen bereits mit Behindertenorganisationen in Verbindung und bemühen sich darum, dass Safari in seinem Heimatland nach seiner Zeit in Bayreuth betreut werde, so der Sprecher des Klinikums, Frank Schmälzle. Die afrikanische Ärztin von Safari wird zwei Wochen bleiben und am Klinikum hospitieren.

© BR-Studio Franken/Kreutzer

Dr. Jürgen Dolderer aus Bayreuth ist sehr zufrieden mit der Reise des jungen Safari nach Deutschland.