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Maskenpflicht in Bayern: Das müssen Sie wissen | BR24

© picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Ab Montag herrscht in Bayern Maskenpflicht. So sollte man seine Alltags-Maske allerdings nicht berühren.

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Maskenpflicht in Bayern: Das müssen Sie wissen

Seit dem 27. April gilt in ganz Bayern in Geschäften und im Nahverkehr eine Maskenpflicht. Die BR24-User haben dazu viele Fragen gestellt. Wir geben Antworten.

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Ab wann und wo gilt die Maskenpflicht?

In ganz Bayern gilt seit dem 27. April bis auf Weiteres eine Maskenpflicht für Kunden und Personal in Geschäften, Einkaufszentren und Kaufhäusern sowie in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs – auch schon an Bahnsteigen und Bus- oder Tramhaltestellen. Laut dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gilt diese Pflicht auch im Regionalverkehr, jedoch nicht im Fernverkehr. Außerdem gilt die Maskenpflicht in Taxis und bei Fahrten im Mietwagen mit Chauffeur. (Die Fahrer von Bussen, Trams etc. sind von der Maskenpflicht ausgenommen.)

Ab wie viel Jahren gilt die Maskenpflicht?

Die Maskenpflicht in Geschäften und in Bussen und Bahnen gilt für Kinder ab ihrem sechsten Geburtstag. Jüngere Kinder müssen also keine Maske tragen. Und: Kleinkinder unter einem Jahr sollten sogar keine Alltags-Maske tragen. Sie könnten dadurch gefährdet werden.

Warum muss ich eine Maske tragen?

Mit einer Alltags-Maske soll die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus in der Bevölkerung verlangsamt werden. Dabei geht es primär nicht um den eigenen Schutz, sondern darum, andere Menschen zu schützen. Wobei man durch die Vorsichtsmaßnahmen der anderen auch selbst profitieren kann. Alltags-Masken schützen vor allem die Umstehenden vor den festen oder flüssigen Partikeln, die der Maskenträger beim Husten, Niesen oder Sprechen ausstößt. Aber Vorsicht: Die Masken bieten keinen vollständigen Eigen- oder Fremdschutz. Trotz Maske hat die Abstandsregelung (mindestens 1,5 Meter) zu anderen Personen Priorität. Außerdem müssen Husten- und Niesetikette sowie die Händehygiene weiter eingehalten werden.

Welche Maske muss ich tragen?

Bei den Masken der Zivilbevölkerung geht es um Alltags-Masken. Das sind Masken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht werden können.

Es müssen keine medizinischen Mundschutze sein und auch keine FFP2/FFP3-Masken - im Gegenteil: Das Bayerischen Gesundheitsministerium appelliert an die Bürger, solche Masken sollten ausschließlich dem medizinischen und pflegerischen Bereich vorbehalten sein, wo sie dringend benötigt werden.

Aus welchem Material sollte die Alltagsmaske sein?

Der Stoff für Alltags-Masken sollte laut dem bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege möglichst dicht sein und aus 100 Prozent Baumwolle bestehen. Was andere Materialien angeht, beruft sich das Ministerium auf das Robert-Koch-Institut: "Laut RKI entsprechen kommerziell und privat hergestellte Mund-Nasen-Bedeckungen aus handelsüblichen, eng gewebten Baumwollstoffen in ihrer Funktionsweise am ehesten einem Mund-Nasen-Schutz. Andere Materialien wie z.B. Staubsaugerbeutel oder Karton sind nicht geeignet." Baumwolle könne zudem bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Weitere Informationen finden sich auch auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Wo kann man eine Maske kaufen?

Mittlerweile gibt es in vielen Geschäften Masken. Ob Supermärkte, Apotheken und der Sanitätshandel die hohe Nachfrage mit ihren Produkten decken können, ist allerdings fraglich. Auch Online-Versandhändler bieten Masken an (mitunter zu sehr hohen Preisen), zunehmend steigen auch Schneidereien in das Geschäft ein. Außerdem finden sich in sozialen Netzwerken zahlreiche weitere Annoncen - und gute Anleitungen zur Eigenproduktion.

Kann man eine Alltags-Maske auch selbst machen?

Jeder kann sich eine Alltags-Maske selbst nähen. Der Stoff sollte laut Gesundheitsministerium möglichst dicht sein und aus 100 Prozent Baumwolle bestehen (siehe Frage zum Material). Natürlich muss die Maske groß genug sein, damit sie Mund, Nase und Wangen vollständig bedeckt. Zugleich sollte sie an den Rändern möglichst eng anliegen.

Warum bezahlt der Freistaat nicht die Alltagsmasken?

Da der Freistaat ohnehin mit Hochdruck daran arbeitet für das medizinische Personal Masken und Schutzkleidung zu beschaffen, hält es das bayerische Gesundheitsministerium für zumutbar, wenn die Bürger sich mit Alltagsmasken selbst versorgen - zumal ja auch ein Schal oder Halstuch ausreicht. Das gilt laut dem Ministerium in gleicher Weise für sozial schwache Familien.

Müssen Arbeitgeber Masken stellen, wenn man sie im Beruf tragen muss?

Kommt drauf an, welcher Arbeitgeber in welcher Branche und in welcher Situation. Ladeninhaber zum Beispiel sind verpflichtet, ein Schutz- und Hygienekonzept mit Gefährdungsbeurteilung vorlegen; dazu gehört neben Abstandsgeboten, Zugangsbeschränkungen und weiteren Hygienemaßnahmen auch, dass vom Betrieb selbst ein der jeweiligen Gefährdungssituation angemessener Mund-Nasen-Schutz bereitgestellt wird, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt hat. Ladenbetreiber, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, drohen bis zu 5.000 Euro Geldbuße.

Müssen Geschäfte oder ÖPNV-Betreiber kostenlose Masken anbieten?

Laut dem bayrischen Gesundheitsministerium ist eine kostenlose Ausgabe von Masken nicht zwingend vorgeschrieben, kann aber zum Beispiel durch Supermarktbetreiber freiwillig erfolgen. In Geschäften sind laut Innen- und Gesundheitsministerium die Ladenbetreiber als Hausrechtsinhaber gefordert, dafür zu sorgen, dass Schutz- und Hygienekonzepte erstellt werden. Schon jetzt nutzen viele Läden spezielles Sicherheitspersonal zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften. "Wenn alle Appelle der Ladenbetreiber an uneinsichtige Kunden nichts nutzen, kann auch die Polizei einschreiten", so Innenminister Joachim Herrmann in einer Pressemitteilung.

Wie verwendet man die Alltags-Maske richtig?

Wenn man die Maske anzieht, sollte man darauf achten, dass die Innenseite nicht berührt oder verunreinigt wird. Vor dem Anlegen der Maske sollte man sich also die Hände gründlich mit Seife waschen. Die Alltags-Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen.

Während man die Maske trägt, sollte man nicht daran herumnesteln und die Hände – wie auch ohne Maske – nicht ins Gesicht bringen. Außerdem sollte die Maske nicht um den Hals getragen werden.

Sobald die Maske durch den Atem, Schweiß oder durch sonstige Gründe feucht geworden ist, muss sie gewechselt und durch eine frische Maske ersetzt werden. Länger als drei bis vier Stunden sollte man eine Maske nicht tragen. Danach sollte man sie durch eine frische ersetzen. Beim Ablegen sollte man die Außenseite nicht berühren, da sich dort Erreger befinden könnten.

Nach dem Abnehmen sollten die Masken trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und zwischengelagert werden, so dass Kontaminationen der Innenseite der Alltags-Maske, aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden. Eine Aufbewahrung gebrauchter Masken sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um Bakterienaufwuchs und Schimmelbildung zu vermeiden.

Wie reinigt man eine Maske?

Optimal ist es laut Bayerischem Gesundheitsministerium, textile Alltags-Masken sofort nach Gebrauch bei 60-90°C unter Zugabe von ausreichend Waschmittel zu waschen. Nach dem Waschen sollten die Masken vollständig trockenen. Ein anschließendes zusätzliches Bügeln bei mindestens 165°C (höchste Stufe) trägt ebenfalls zur Desinfektion bei, bevor Sie die Maske erneut verwenden. Im Handel erhältliche Masken aus Papier sind Einwegartikel und können nicht gewaschen werden.

Dazu haben wir auch ein #fragBR24-Video. Außerdem gibt es auch Hinweise der Feuerwehr.

© BR

Egal ob aus der Apotheke oder selbst genäht: Masken sind in Corona-Zeiten ein kostbares Gut. Deshalb wollen wir sie auch so oft wie möglich wiederverwenden. Aber wie reinige ich sie am besten?

Übrigens genügt es laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht, die Maske mit Seife unter dem Wasserhahn zu reinigen: "Schon allein die Wassertemperatur bei einer Wäsche der Maske unter dem Wasserhahn ist nicht ausreichend, um Viren zuverlässig abzutöten, mindestens 60 Grad sind dafür notwendig", heißt es auf dem LGL.

Zählen auch Schals und Tücher als Masken?

Ja. Schals und Tücher sind ausreichend, wenn der Stoff dicht ist und das Material aus 100 Prozent Baumwolle besteht. Was als Schutz getragen wird, muss nach dem Tragen beziehungsweise bei Durchfeuchtung bei 60 bis 90 Grad mit ausreichend Waschmittel gewaschen werden (je nach körperlicher Aktivität aber in der Regel spätestens nach drei bis vier Stunden Tragedauer). Zusätzlich trägt das anschließende Bügeln bei mindestens 165°C (höchste Stufe) zur Desinfektion bei.

Welche Bußgelder drohen?

Das bayerische Innen- und das Gesundheitsministerium haben die Bußgelder für Verstöße gegen die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr festgelegt. Es drohen Strafen zwischen 150 und 5.000 Euro. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Gibt es eine Maskenpflicht an Schulen?

Nein. An den Schulen werden Kultusminister Michael Piazolo zufolge bewusst Bedingungen geschaffen, dass der nötige Abstand eingehalten werden kann. Masken seien in den Schulen zwar in ganz bestimmten Situationen angemessen. Ein Unterricht mit Masken sei aber kaum durchführbar. Laut Piazolo soll den Schülern eine Maske zur Verfügung gestellt werden, sofern sie keine haben. Daran werde derzeit gearbeitet (Stand: 22.04.2020, 11.00 Uhr)

Ist es gefährlich, eine Maske zu tragen?

Einen Mundschutz zu tragen hilft – es macht nicht krank und außer für Menschen mit sehr schweren Atemwegserkrankungen ist es auch nicht problematisch. Jene Patienten sollten aber ohnehin in Isolation bleiben, bis es einen Impfstoff gibt. Es ist auch nicht nachgewiesen, dass Masken zu tragen für Kinder gefährlich ist. Bei sehr langer Tragezeit kann eine Maske in vereinzelten Fällen müde machen, weil sich die CO2-Konzentration unter der Maske erhöht. Bei der Wahl des Mundschutzes sollte man darauf achten, dass man nicht auf Stoffe allergisch ist, die in dieser enthalten sind. Empfohlen wird Baumwolle. Mehr dazu gibt es hier in einem #Faktenfuchs.

Kollidiert die Maskenpflicht mit dem Vermummungsverbot?

Nein. Laut dem bayerischen Innenministerium kollidiert "das freiwillige oder behördlich beauflagte Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht mit dem versammlungsrechtlichen Vermummungsverbot nach Art. 16 des Bayerischen Versammlungsgesetzes (BayVersG)." Gemäß Art. 16 Abs. 2 BayVersG ist es verboten, im Zusammenhang mit Versammlungen oder sonstigen öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel in einer Aufmachung teilzunehmen oder Gegenstände mit sich zu führen, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet sind, die Feststellung der Identität zu verhindern. Erfolgt das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in Zusammenhang mit den genannten Veranstaltungen, um sich selbst und andere vor den Gefahren einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen, ist das Verhalten nicht darauf gerichtet, die eigene Identität zu verschleiern.

Darf man beim Autofahren eine Maske tragen?

Eigentlich darf nach § 23 Absatz 4 Straßenverkehrsordnung ein Kraftfahrzeugführer sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist. Die Vorschrift soll die Erkennbarkeit insbesondere bei der automatisierten Verkehrsüberwachung ("Blitzer-Foto") gewährleisten.

In der aktuellen Krisensituation geht der Gesundheitsschutz vor. Das Tragen einer Alltags-Maske verdeckt zwar Nasen- und Mundpartie, lässt aber die Augen noch erkennen. Dies ist in der Regel ausreichend, um die Fahrer-Identität feststellen zu können. Das heißt aber natürlich nicht, dass man als Fahrer "vollvermummt" im Auto unterwegs sein darf, um gar nicht mehr erkennbar zu sein. Da wird die Polizei einschreiten.

Ebenfalls wichtig: Durch das Tragen einer Schutzmaske darf die Sicht nicht beeinträchtigt werden, ferner zum Beispiel weil diese zu groß ist oder wenn, durch die Art der Trageweise bei Brillenträgern, die Brillengläser beschlagen.

Wer überwacht "feuchte" Masken in der Zivilbevölkerung?

Masken sollten bei Durchfeuchtung sowie nach drei bis vier Stunden gewechselt werden. Eine staatliche Überwachung und explizite Kontrollen zum Feuchtigkeitsgrad der Mund-Nasen-Bedeckung sind laut dem bayerischen Gesundheitsministerium aber nicht vorgesehen: "Wir appellieren vielmehr an den gesunden Menschenverstand und die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger", heißt es aus dem Ministerium.

Wie sollen Gehörlose mit der Maskenpflicht umgehen?

Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, gilt laut dem bayerischen Gesundheitsministerium für alle gleich, soweit dies nicht aus zum Beispiel medizinischen Gründen unmöglich ist. Innerhalb von Geschäften, sowie im ÖPNV ist es laut Ministerium nicht erlaubt, den Mund während der Kommunikation mit Gehörlosen offenzulegen.

Gilt die Maskenpflicht auch für Menschen mit geistiger Behinderung?

Laut dem Gesundheitsministerium gilt die Pflicht zum Tragen einer Maske auch für Menschen, die geistig beeinträchtigt sind.

Müssen auch Menschen mit dermatologischen Problemen oder Asthmatiker eine Maske tragen?

Im Fall akuter Atemnot und eines akuten Panikanfalls ist die Alltags-Maske abzunehmen und, sofern möglich, das Geschäft bzw. das Transportmittel zu verlassen. Wenn medizinisch notwendig, ist umgehend ein Arzt zu kontaktieren. Eine Alltags-Maske muss nur dann nicht getragen werden, wenn dies aus medizinischen Gründen eine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit bedeuten würde oder aus zum Beispiel medizinischen Gründen unmöglich ist. In diesen Fällen liegt es allerdings nahe, dass aus Rücksichtnahme auf die Mitmenschen auf Fahrten mit dem ÖPNV und den Besuch von Geschäften möglichst verzichtet wird.

Bei verschiedenen dermatologischen Erkrankungen im Mund-Bereich kann das Tragen einer Alltags-Maske möglicherweise zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen. In derartigen Fällen ist aus hautärztlicher Sicht geboten, zwischendurch viel Luft an die Haut zu lassen und feuchte Masken zeitnah zu wechseln. Zu beachten sind Allergien gegen Bestandteile einer Alltags-Maske. Aus Sicht der Dermatologen gibt es auch hier immer Ausweichmöglichkeiten, auf Synthetikfasern sollte verzichtet werden.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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