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Maskenmuffeln auf der Spur: Unterwegs mit der Bahn-Patrouille | BR24

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Im Zug pfeifen einige auf die Maske und sitzen "Oben ohne" im Abteil. Und da will die Deutsche Bahn jetzt durchgreifen. Wer keine Maske trägt, muss aussteigen.

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Maskenmuffeln auf der Spur: Unterwegs mit der Bahn-Patrouille

Immer wieder sitzen in Zügen Menschen ohne Mund-Nasen-Schutz oder tragen die Masken nicht richtig. Die Deutsche Bahn versucht mit Kontrollen und in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei die Maskenpflicht auf möglichst jedem Platz durchzusetzen.

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Ein strenger Blick des Mannes mit der gelben Neon-Weste trifft den Fahrgast, der gerade Zeitung liest. Dann: eine eindeutige Geste, ein Tippen mit dem Zeigefinger der linken Hand unter die eigene Nase und schon hat der Fahrgast im ICE von München nach Nürnberg nach München verstanden: der Mitarbeiter der DB Sicherheit hat ihn gerade dazu aufgefordert, seine Corona-Maske nicht nur über dem Mund sondern auch über der Nase zu tragen.

Kleinere Ermahnungen sind nötig

Mit sanfter Stimme und freundlichen Worten ziehen Leo Nicollini und eine Kollegin von der DB Sicherheit durch sämtliche Abteile. Auf der einstündigen Fahrt nach Nürnberg sitzen nicht viele Fahrgäste und noch weniger, die maskenlos unterwegs sind. Am häufigsten muss Nicollini Menschen ermahnen die an ihrem Sitzplatz essen. Einer überraschten Familie erklärt er, wie das geht mit der Butterbrezn und der Maske: "Abbeißen ohne Mundschutz, dann Mundschutz rauf und dann kauen". Brav wird den Vorschlägen Folge geleistet. Aber das ist natürlich nicht immer so.

Fahrgäste vor anderen Fahrgästen schützen

"Erst vor Kurzem mussten wir einen Fahrgast in Schutz nehmen, der keine Maske getragen hat, weil andere Fahrgäste ihn bedrängt haben." Der Vorfall lief am Ende glimpflich ab. Wenn aber alles nichts hilft, und der Fahrgast sowohl auf Aufforderung der Zugbegleiter als auch der DB Sicherheit den Zug nicht verlassen will, muss zum letzten Mittel gegriffen werden.

Letztes Mittel: Bundespolizei

In einer Situation, wo gutes Zureden nicht mehr hilft, oder der Fahrgast gar aggressiv reagiert, verständigt das Zugpersonal die Bundespolizei. Die Beamten steigen dann am nächsten Bahnhof ein, nehmen die Personalien auf und befördern den Fahrgast aus dem Zug. Manchmal passiert das auch mit Gewalt.

Die Bundespolizisten können gegen den Maskenverweigerer auch einen Platzverweis für Zug und Bahnhof aussprechen. Außerdem droht ihm Ordungswidrigkeitsanzeige, die zum örtlichen Ordnungsamt geht. Am Ende steht ein Bußgeld von 150 Euro für die Missachtung der Maskenpflicht. Häufig sind diese Fälle allerdings nicht, auch wenn auf der Fahrt als "Backup" drei Bundespolizisten mit an Bord sind.

DB weist Fahrgäste auf Verantwortung hin

Man weise ständig auf die Maskenpflicht hin, sagt Kathrin Kratzer von der Pressestelle der Deutschen Bahn in München. "Wir machen Durchsagen, wir haben Plakate, wir geben jetzt Kärtchen mit einem Aufruf zur Verantwortung aus. Und natürlich gibt es die persönlichen Hinweise durch die Zugbegleiter und die DB Sicherheit. Ein ganz großer Teil der Fahrgäste hält sich an das Maskengebot in den Zügen."

Fahrgäste für Kontrollen

Die Fahrgäste sind entspannt. Alle sagen, es sei selbstverständlich eine Maske zu tragen. Ein Zeichen der Solidarität nennt es eine junge Frau, die nach Nürnberg fährt. Und viele finden es auch wichtig, dass kontrolliert wird, dass Bahn-Mitarbeiter Fahrgäste darauf hinweisen, dass und wie ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. Sie fühlen sich dadurch keineswegs gegängelt. Die Beobachtung diese Fahrgäste: im Grunde halten sich die allermeisten an die Vorschriften. Und: so eine Bahnfahrt dauere schließlich nicht ewig.

Respektvoller Umgang

Am Ende der etwa einstündigen Fahrt zieht Leo Nicollini eine positive Bilanz: "Wir haben nur elf Fahrgäste sensibilisieren müssen, die haben auch sofort reagiert, ohne Widersprüche - also ein sehr respektvoller Umgang zwischen Fahrgästen und agierenden Kräften." Dann ist der Nürnberger Hauptbahnhof erreicht. Leo Nicollini und seine Kollegin, sowie die drei Bundespolizisten treten die Rückreise nach München ein paar Gleise weiter an. Und auch dort, in der Regionalbahn, werden sie den ganzen Zug nach Maskenmuffeln durchsuchen.

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Warum fällt das so schwer, die Maske zu akzeptieren? BR-Wissenschaftsredakteurin Jeanne Turczinsky im Gespräch.

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