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© Regionalnachrichten aus Schwaben
Bildrechte: BR /Johanna Schlüter

Die Günzburger Bürgerstiftung soll 470.000 Euro an die Landesjustizkasse überweisen. Die Stiftung selbst hatte eine Prüfung des Betrags angekündigt, der im Zusammenhang mit der Maskenaffäre zu stehen scheint.

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Maskenaffäre: Spende von Günzburger Stiftung wird sichergestellt

Die Bürgerstiftung im Landkreis Günzburg soll 470.000 Euro an die Justiz überweisen. Das Geld scheint in Verbindung mit Zahlungen zu stehen, die die Generalstaatsanwaltschaft im Zuge der Maskenaffäre prüft.

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Von
  • Joseph Weidl
  • Kilian Geiser

Die Generalstaatsanwaltschaft München stellt einen Spendeneingang bei der "Bürgerstiftung Landkreis Günzburg" sicher. Das hat der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Heinrich Lindenmayr, dem BR Studio Günzburg mitgeteilt. Die Generalstaatsanwaltschaft ihrerseits hat dem BR auf Nachfrage bestätigt, dass "vermögenssichernde Maßnahmen" veranlasst worden seien und ein Spendeneingang gesichert werden solle.

Der Grund: Die Spende sei Gegenstand der Ermittlungen im Zusammenhang mit der sogenannten "Maskenaffäre". Lindenmayr hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass er den hohen Geldeingang vom März prüfen lassen wolle, um "Rechtssicherheit" für die Stiftung zu haben.

Stiftung soll 470.000 Euro an Justiz überweisen

In einem Schreiben, das dem BR vorliegt, wird die Bürgerstiftung von der Staatsanwaltschaft aufgefordert, rund 470.000 Euro an die Landesjustizkasse zu überweisen. Es handelt sich dabei um fast exakt den Betrag, der am 8. März vom Stiftungsratsvorsitzenden der Bürgerstiftung auf das Konto der Stiftung überwiesen worden war.

Einen Zusammenhang mit der Maskenaffäre stellte der Stiftungsratsvorsitzende, der Mitglied der CSU in Günzburg ist, in einer E-Mail, die dem BR vorliegt, selbst her. Am 22. März schrieb er an Mitglieder der Bürgerstiftung: "Die von mir vertretenen Mandanten hatten von Anfang an die Absicht, den Nettoerlös aus dem so genannten Maskengeschäft zu spenden." Sollte die Stiftung die Spende ablehnen, dann hätten die Mandanten auch kein Problem, die Spende zurückzunehmen, heißt es in der E-Mail. Wer diese Mandanten sind, erwähnt der Stiftungsratsvorsitzende dabei nicht.

CSU-Politiker Sauter wollte nach eigenen Angaben Geld aus Maskengeschäft spenden

Um die Absicht, Geld zu spenden, geht es auch in einer Erklärung des CSU-Politikers und Landtagsabgeordneten Alfred Sauter. Er räumte am 18. März im Zusammenhang mit seiner Rolle bei einem Geschäft über die Lieferung von Corona-Masken an das bayerische Gesundheitsministerium ein, dass ein Betrag "zusätzlich zum Anwaltshonorar" geleistet worden sei.

Dabei sei von Anfang an beschlossen gewesen, den Nettoertrag nach Abzug aller Steuern "gemeinnützigen Zwecken zuzuführen". Das sei durch Familienangehörige und ihn selbst sichergestellt worden. Ob es sich bei dem Geldeingang auf dem Konto der Bürgerstiftung tatsächlich um eine Spende von Sauter handelt, ist bislang nicht bekannt.

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