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Andrea Tandler kommt zur Sitzung des Masken-Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag zur Zeugenvernehmungen. (Archiv)

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Maskenaffäre: Andrea Tandler in Untersuchungshaft

Paukenschlag in der Maskenaffäre: Unternehmerin und CSU-Politiker-Tochter Andrea Tandler sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft München I teilte auf BR-Anfrage mit, "die Beschuldigte T." sei wegen Steuervorwürfen festgenommen worden.

Die Unternehmerin Andrea Tandler, Tochter des früheren CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler, sitzt in Untersuchungshaft. Auch ihr Geschäftspartner wurde dem Haftrichter vorgeführt. Nachdem mehrere Medien darüber berichtet hatten, bestätigte die Staatsanwaltschaft München I dem BR indirekt die Festnahme - allerdings ohne die vollständigen Namen zu nennen: "Zu Ihrer Anfrage können wir mitteilen, dass die Beschuldigten T. und N. heute am späten Vormittag aufgrund von durch die Staatsanwaltschaft München I beim Amtsgericht München beantragten und dort erlassenen Haftbefehlen festgenommen wurden."

Zum zugrundeliegenden Sachverhalt könne die Behörde wegen des Steuergeheimnisses keine weiteren Auskünfte geben, hieß es. "Es handelt sich um steuerrechtliche Vorwürfe, die Gegenstand eines bereits seit längerer Zeit geführten Ermittlungsverfahrens sind." Zuerst hatten "Süddeutsche Zeitung" und "Welt" über die Festnahme berichtet.

Zunächst Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts

Tandler war in die Schlagzeilen geraten, weil sie vor drei Jahren den Kauf von Corona-Schutzmasken an den Staat vermittelt und dafür eine Millionen-Provision erhalten haben soll. Die Rede ist von 48 Millionen Euro, die sie zusammen mit ihrem Geschäftspartner kassiert habe.

Laut "SZ" begannen zunächst Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München wegen Geldwäscheverdachts, dabei kam die Ermittlungsbehörde allerdings nicht weiter. Übrig blieb der Verdacht von Delikten bei der Gewerbe- und bei der Schenkungssteuer.

Tandler verweigerte Aussage im Untersuchungsausschuss

Ein Sprecher Tandlers hatte vor einiger Zeit gesagt, Tandler und ihr Mitgesellschafter wiesen "alle in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe zurück".

Im Untersuchungsausschuss des Landtags zur Maskenaffäre hatte Tandler die Aussage verweigert. Ziel des Ausschusses ist es, Masken-Geschäfte der Staatsregierung in der Corona-Pandemie, mögliche Beteiligungen von Abgeordneten und teils hohe Provisionszahlungen auch an Parlamentarier aufzuklären. Das Gesundheitsministerium betonte wiederholt, in keinem Fall seien von ihm Provisionen an Mandatsträger gezahlt worden.

Umstrittener Masken-Deal via Tandler und Hohlmeier

Im Fokus steht insbesondere der Kauf einer großen Menge ungewöhnlich teurer Schutzmasken zu Beginn der Pandemie 2020, zum Preis von 8,90 Euro pro Maske. Das Angebot stammte von einer Schweizer Firma und war von Andrea Tandler ans Gesundheitsministerium herangetragen worden. Es kam zu dem Kauf - auch wenn am Ende andere als die avisierten Masken geliefert wurden.

Tandler hatte damals die CSU-Europapolitikerin Monika Hohlmeier, eine langjährige Freundin, eingeschaltet. Hohlmeier hatte im Ausschuss ausgesagt, sie habe nur als Vermittlerin gehandelt, nachdem sie am 28. Februar 2020 von Tandler einen Hinweis auf einen möglichen Kauf von einer Million Masken aus der Schweiz erhalten habe. Hohlmeier betonte, sie selbst habe dafür keinerlei Provision erhalten.

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