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Alexander Engelhard soll Nachfolger von Georg Nüßlein werden, der wegen der sogenannten Maskenaffäre aus der CSU ausgetreten ist.

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    Maskenaffäre: Alexander Engelhard soll Georg Nüßlein nachfolgen

    Wegen der sogenannten Maskenaffäre ist der Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein aus der CSU ausgetreten. Er war für den Bundestagswahlkreis Neu-Ulm zuständig. Nun hat die CSU seinen Nachfolger nominiert: Alexander Engelhard. Auf ihn kommt einiges zu.

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    Von
    • Peter Allgaier

    93 Stimmen entfielen auf Alexander Engelhard. Die Mitglieder der CSU kürten den Wirtschaftsingenieur zu ihrem neuen Direktkandidaten. Er konnte sich deutlich gegen Julia Dümmler durchsetzen, für die Rechtsanwältin votierten 65 Delegierte. Mit der Nominierung wollen die Christsozialen eine Zäsur und einen klaren Neubeginn. Der 48-jährige Engelhard steht vor großen Aufgaben. Denn die Maskenaffäre um den Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein und den Landtagsabgeordneten Alfred Sauter hat die Partei massiv belastet.

    Das schwere Erbe der Maskenaffäre

    Recherchen zufolge sollten Nüßlein und Sauter zusammen mit drei Geschäftsleuten 11,5 Millionen Euro für Vermittlungsgeschäfte erhalten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern. Georg Nüßlein beteuert seine Unschuld, er war allerdings bereits vor Wochen aus der Partei ausgetreten.

    CSU musste einen neuen Kandidaten finden

    Die CSU-Mitglieder der Landkreise Neu-Ulm, Günzburg und aus Teilen des Unterallgäus mussten daher einen neuen Kandidaten bestimmen. Der Kreis Neu-Ulm stellt mit 78 zwar das Gros der Delegierten, konnte aber trotzdem nicht im Alleingang Alexander Engelhard als Kandidaten durchsetzen. Dafür waren auch Stimmen der beiden anderen Kreise notwendig. Günzburg hatte Julia Dümmler ins Rennen geschickt. Dass sie am Ende deutlich weniger Stimmen erhielt, dürfte wohl mit ihren Heimatkreis zusammenhängen. Viele CSU-Mitglieder wünschten sich wohl einen unbelasteten Kandidaten, denn auch Sauter und Nüßlein kamen aus Günzburg.

    Kritik aus dem Unterallgäu

    Die Entscheidung wird vom ehemaligen bayerischen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer allerdings kritisiert. Er spricht von einer "vertanen Chance". Der Kreisverband Neu-Ulm habe es bei anfangs fünf Bewerbern nicht geschafft, eine Frau mit aufzustellen. Das passe nicht mehr in die heutige Zeit, so Pschierer. Mit Julia Dümmler hätte die Partei dagegen eine alleinerziehende Frau nominieren können, die im Beruf erfolgreich sei und alles unter einen Hut bringe.

    Engelhard versucht erstmal Vertrauen zurückzugewinnen

    Alexander Engelhard, der eine Biomühle in Attenhofen betreibt, will sich verstärkt um schnelles Internet in der Region, eine gute Krankenhausversorgung sowie um Verkehrsthemen wie die Bahntrasse Ulm-Augsburg oder die Regio-S-Bahn kümmern. Erstmal sei es aber wichtig, Vertrauen zurückzugewinnen, betont Engelhard. Ob ihm das gelingt, wird sich am 26. September bei der Bundestagswahl zeigen. Mit Ekin Deligöz (Grüne), Karl-Heinz Brunner (SPD) und Anke Hillmann-Richter (FDP) hat Engelhard keine einfache Konkurrenz.

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