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Ein Passauer Frauenarzt soll ohne medizinischen Grund Masken-Freistellungsatteste ausgestellt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb gegen ihn. Dem Arzt drohen nun berufsrechtliche Folgen.

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Masken-Freistellungsatteste: Berufsrechtliche Folgen?

Ein Passauer Frauenarzt soll ohne medizinischen Grund Masken-Freistellungsatteste ausgestellt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb gegen ihn. Dem Arzt drohen nun berufsrechtliche Folgen.

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  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Dem Passauer Frauenarzt, der ohne medizinischen Grund Maskenfreistellungsatteste ausgestellt haben soll, drohen jetzt auch berufsrechtliche Folgen. Die Recherchen des Bayerischen Rundfunks über eine Patientin, die von dem Arzt ein Maskenfreistellungsattest bekam, obwohl sie gesund ist und nicht danach gefragt hatte, veranlassen den Ärztlichen Bezirksverband Niederbayern (ÄBV), tätig zu werden. Dessen Vorsitzender Dr. Wolfgang Schaaf will zu der Patientin Kontakt aufnehmen und prüfen lassen, ob Dr. Ronald Weikl seine Berufspflicht verletzt hat.

Rüge oder Verfahren?

In einem Prüfverfahren bekommt Weikl die Möglichkeit, sich zu erklären. Sollte der Verband zu der Auffassung kommen, dass der Arzt seine Berufspflicht verletzt hat, kann der ÄBV eine Rüge aussprechen, verbunden mit einem Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro. Der Bezirksverband könnte auch ein berufsgerichtliches Verfahren beantragen.

Kommt ein Berufsverbot in Frage?

Parallel dazu laufen die strafrechtlichen Ermittlungen. Auch die Kripo nimmt Kontakt zu der Frau auf, die dem BR ihre Geschichte erzählt hatte. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob ein Berufsverbot in Frage kommt. Oberstaatsanwalt Walter Feiler bittet unterdessen weitere Zeugen, sich zu melden. "Wer etwas über die Umstände, wie ein Attest ausgestellt wurde, berichten kann, soll sich bitte an die Passauer Kripo wenden", sagt er.

Polizei durchsucht Praxis und Wohnhaus

Dr. Ronald Weikl, der sowohl über Youtube als auch auf Demos behauptet, dass der "Pandemie-Spuk" von jetzt auf gleich beendet wäre, wenn man nur keine Corona-PCR-Tests mehr machen würde, steht im Verdacht, Maskenfreistellungsatteste ausgestellt zu haben, auch für Patienten außerhalb Bayerns, ohne seine Patienten sorgfältig zu untersuchen. Gestern haben rund 30 Polizisten seine Praxis sowie sein Privathaus untersucht und Akten sowie Datenträger beschlagnahmt.

Ins Rollen kam der Fall, weil von ihm hunderte Maskenfreistellungsatteste in Niederbayern aufgetaucht waren, auch in Schulen. Die Landratsämter in Deggendorf und Freyung-Grafenau erstatteten Anzeige. "Auch Medienberichte hätten Indizien dafür geliefert, dass mit den Attesten etwas nicht in Ordnung sein könnte", sagt Oberstaatsanwalt Walter Feiler.

Ronald Weikl sagte dem BR bereits im Sommer, er stelle die Atteste dann aus, wenn Patienten beispielsweise Kreislaufbeschwerden oder psychische Probleme angeben würden. Auf eine Anfrage, ob es stimme, dass er in der Praxis keinen Mund-Nasenschutz trage, antwortete Weikl nicht.

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Der Eingang zur Praxis von Dr. med. Ronald Weikl

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