BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Maschinenbauer Waldrich in Coburg feiert 100. Geburtstag | BR24

© BR

Seit 100 Jahren stellt der Maschinenbauer Waldrich in Coburg Schiffsmotoren, Turbinen und andere Maschinen in Spezialfertigung her. Wir blicken auf die Karriere eines Traditionsunternehmens zurück.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Maschinenbauer Waldrich in Coburg feiert 100. Geburtstag

Der Coburger Maschinenbauer Waldrich feiert sein 100-jähriges Firmenjubiläum. Mittlerweile ist die Auftragslage wieder gut. Von der Krise vor drei Jahren, bei der rund 180 Mitarbeiter entlassen wurden, hat sich das Unternehmen erholt.

Per Mail sharen
Teilen

Gesund und munter ist der Coburger Maschinenbauer Waldrich Coburg zu seinem 100-Jährigen Firmenjubiläum. Die Auftragslage sei sehr gut, sagte Falk Herkner, der Geschäftsführer Vertrieb bei Waldrich Coburg, dem BR. Am Montagabend (10.02.2020) findet im Glasmuseum in Rödental eine Feierstunde zum 100. Geburtstag statt. Von der Krise vor drei Jahren, bei der rund 180 Mitarbeiter entlassen wurden, habe man sich erholt. Derzeit arbeiten bei Waldrich Coburg noch rund 550 Mitarbeiter.

Drei Säulen-Prinzip

Man habe das Unternehmen neu auf drei Säulen aufgestellt, sagte Falk Herkner. Zum einen wird weiter der traditionelle Bau von hochgenauen und großen Portalfräsmaschinen betrieben. Diese Projektmaschinen sind Einzelanfertigungen nach Kundenwunsch. Bis zu 20 Meter hoch und mehr als 300 Tonnen schwer können diese Kolosse werden. Mehrere Millionen Euro kosten sie und die Entwicklung mit Bau dauert bis zu einem Jahr. Die zweite Säule ist die Wartung und der Service dieser Maschinen. Das dritte Standbein wurde neu entwickelt. Nun baut Waldrich Coburg auch Standardmaschinen.

Investition aus Asien sichert Fortbestehen

Seit 2005 gehört der oberfränkische Maschinenbauer dem chinesischen Staatsunternehmen "Beijing No. 1". Ohne ihn gäbe es Waldrich nicht mehr, ist sich der ehemalige Geschäftsführer Hubert Becker sicher. Denn die Chinesen haben mehr als 60 Millionen Euro in die Modernisierung von Waldrich Coburg gesteckt. Becker ist seit über 48 Jahren bei Waldrich Coburg. Er begann mit 14 Jahren als Azubi in der Metallwerkstatt, holte über den zweiten Bildungsweg sein Abitur nach und studierte Maschinenbau. Er entwickelte viele Maschinen und wurde Geschäftsführer. Als die Chinesen Waldrich kauften, konnte man endlich wieder das tun, was man konnte, sagte er dem BR, und zwar hochgenau arbeitende Maschinen bauen.

© Waldrich Coburg

Der Coburger Maschinenbauer Waldrich feiert sein 100-jähriges Firmenjubiläum.

Tradition seit 1920

Gegründet wurde Waldrich Coburg von Adolf Waldrich 1920. Er leitete das Unternehmen bis 1950. Als er starb, führte sein Sohn Otto Waldrich das Unternehmen. Da er keinen Nachfolger aus der Familie hatte, wurde das Unternehmen 1986 an die US-amerikanische Firma Ingersoll International verkauft. Ingersoll stellte ebenfalls Großfräsmaschinen her, ging aber 2003 pleite. Danach erwarb der Maschinenbauer Herkules Siegen das oberfränkische Traditionsunternehmen. Dieser verkaufte es dann 2005 an die Chinesen. Einen Vorteil beim Handel mit China hat Waldrich Coburg dadurch nicht, sagt Vertriebsgeschäftsführer Falk Herkner.

Deutsch trotz chinesischem Besitzer

Man sei eine deutsche GmbH, die den deutschen Ausfuhrbestimmungen unterliege. Die seien sehr streng gerade gegenüber China. Und die Chinesen selbst würden darauf achten, erst ihre eigene Wirtschaft zu stärken. Erst wenn sie etwas nicht selbst produzieren könnten, würden sie den Auftrag an Waldrich Coburg geben. Da man aber qualitativ hochwertige Maschinen bauen würde, wie es sonst kaum einer könne, seien die Auftragsbücher derzeit voll. Von der Krise in der Automobilindustrie ist Waldrich nicht betroffen, da ihre Maschinen dort kaum zum Einsatz kommen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!