BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Martin Hagen, FDP: Corona-Lockerungen waren "überfällig" | BR24

© Bayern 2
Bildrechte: © FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag

Der Fraktionschef der FDP im Bayerischen Landtag, Martin Hagen, hat die gestrigen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern zum Teil befürwortet. Er fordert weitere Schritte für die Gastronomie und an Schulen.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Martin Hagen, FDP: Corona-Lockerungen waren "überfällig"

Der Fraktionschef der FDP im Bayerischen Landtag, Martin Hagen, hat die gestrigen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern zum Teil befürwortet. Er fordert weitere Schritte für die Gastronomie und an Schulen.

1
Per Mail sharen
Von
  • Veronika Lohmöller

Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte Martin Hagen, Fraktionschef der FDP im Bayerischen Landtag, die stufenweise Öffnungsstrategie "ist nicht so ambitioniert, wie wir uns das wünschen". Der Plan sei nicht an jeder Stelle stringent, aber zumindest sei man nun vom Grundgedanken her soweit, "dass wir erkennen, wir müssen öffentliches Leben auch wieder zulassen".

Hagen für sofortige Öffnung der Außengastronomie

So seien etwa die Lockerungen bei privaten Zusammenkünften "überfällig" gewesen. Die alte Regelung war nach Ansicht von Hagen "nicht mehr vermittelbar" und "völlig alltagsfern". Der FDP-Politiker schlug zudem eine sofortige Öffnung der Außengastronomie vor. Es gebe keinen Grund, da noch drei Öffnungsschritte abzuwarten, weil das Infektionsrisiko an der frischen Luft minimal sei:

"Die Leute gehen sowieso raus, wo das Wetter wieder schöner wird. Dann sollen sie sich doch lieber im Café draußen treffen, anstatt wild im Park herumzusitzen. Das wäre zum Beispiel ein Schritt, der keinem weh tut und den man sofort umsetzen könnte." Martin Hagen, FDP-Fraktionschef

Hagen: Weitere Öffnungs-Perspektiven sind wichtig

Die Möglichkeiten zum Einkaufen im Einzelhandel nach vorheriger Terminvereinbarung bei Inzidenzwerten von unter 100 bezeichnete Hagen als "homöopathische Öffnungen mit strengen Auflagen". Es sei ein "Schritt in die richtige Richtung". Man müsse aber abwarten, wie praxistauglich das tatsächlich sei.

Insgesamt sei der bisherige Kurs von Merkel und Söder "gescheitert". Die Vorstellung, man könne dieses Virus einfach ausrotten in Deutschland, sei von vornherein unrealistisch gewesen, kritisierte Hagen. Jetzt merke man, dass die Stimmung in Deutschlands Bevölkerung kippe: "Die Leute sind nach vier Monaten Lockdown mürbe und sie brauchen jetzt endlich wieder eine Perspektive."

Hagen: Schulen werden außer Acht gelassen

Die Schulen werden bei der Diskussion um Öffnungen nach Ansicht von Hagen "stiefmütterlich behandelt." Familien mit Kindern würden erheblich unter diesem Lockdown leiden. Es gehe um Bildungschancen und die soziale Entwicklung. Der Wechselunterricht, den es derzeit an vielen Grundschulen gebe, müsse daher dringend ausgeweitet werden auf die unteren Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen: "Denn auch ein Fünft- oder Sechstklässler kann doch nicht alleine zu Hause lernen bei Fernunterricht."

Zudem müssten die Schulen nach Ansicht des FDP-Fraktionschefs im Bayerischen Landtag "endlich Corona-sicher" gemacht werden. Es sei "aberwitzig", dass man jetzt erst auf die Idee gekommen sei, eine Task-Force zur Beschaffung von Schnelltests einzusetzen. Dies hätte schon vor Wochen geschehen können. Österreich habe diese Schnelltests ja schon längst:

"Das ist genauso ein Versagen wie bei den Impfungen. Da zeigt die Regierung, dass sie im operativen Geschäft richtig schlecht arbeitet." Martin Hagen, FDP-Fraktionschef

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!