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"Marterl" angezündet - Schnitzer fassungslos über Tat | BR24

© Privat/Wirth/Bachmann

Das holzgeschnitzte, knapp zwei Meter große Denkmal brannte völlig ab - übrig blieben nur verkohlte Reste.

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    "Marterl" angezündet - Schnitzer fassungslos über Tat

    In der Nähe von Donaustauf im Bereich des Dachsbergs haben Unbekannte ein sogenanntes "Marterl" angezündet. Von dem Denkmal, das in unmittelbarer Nähe zum Jakobsweg aufgestellt war, blieben nur verkohlte Reste übrig.

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    Von
    • Michael Wagner

    Unbekannte Täter haben zwischen dem 2. und 6. Juli in der Nähe von Donaustauf (Lkr. Regensburg), im Bereich des Dachsbergs ein Marterl angezündet. Das holzgeschnitzte, knapp zwei Meter große Denkmal, brannte fast vollständig ab - übrig blieben nur verkohlte Reste. Der Schnitzer des Marterls ist immer noch fassungslos über die Tat.

    Im Andenken an die Großeltern

    Jörg Wirth aus Sulzbach bei Donaustauf hatte das Denkmal im Andenken an die Großeltern seiner Tochter aufgestellt. Er hatte das abgebrannte Marterl selbst entdeckt. Eigentlich wollte er die kleine Wiese um das Denkmal mit der Sense mähen. Alle paar Tage unternehme er den Weg zu der Gedenkstätte, sagte Wirth gegenüber dem BR: "Ich war erschrocken. Ich habe mir gedacht, wer macht denn sowas?" Das Marterl war laut dem 69-Jährigen bei Wanderern und Pilgern immer sehr beliebt: "Die haben da Blumen reingesteckt, waren total begeistert".

    Waldbrand riskiert

    Der entstandene Sachschaden liegt bei rund 2.500 Euro. Besonders schlimm findet Wirth aber, welches Risiko die Täter eingegangen sind. Ein angrenzender Baum sei bereits leicht verkohlt gewesen. Die Bäume um das Marterl seien besonders dürr. Die Täter hätten damit einen Waldbrand riskiert, so Wirth.

    Neues Marterl geplant

    Von der Tat lässt sich Jörg Wirth allerdings nicht beeindrucken. Er plant, angeregt durch Stimmen aus dem Bekanntenkreis, ein neues Marterl zu schnitzen. "Solange ich noch schnitzen kann, mache ich das noch mal", so der 69-Jährige. Dann, so Wirth, will er aber eine Wildkamera aufstellen, die das Marterl im Blick hat.

    Eigenhändig geschnitzt

    Vor circa zehn Jahren hatte Wirth das Marterl selbst geschnitzt. Das Holz dafür stammte aus dem Wald seines Schwagers. Das Marterl zeigt einen, in ein Kreuz eingelassenen Christuskopf mit Dornenkrone. Darunter steht eine Widmung.

    Bei Pilgern beliebt

    Das Marterl war in unmittelbarer Nähe zum Jakobsweg aufgestellt. Eine hinter dem Marterl stehende Bank, ebenfalls von Wirth gebaut, lädt Wanderer und Pilger zum Verweilen ein.

    Die Polizei sucht aktuell nach Zeugen. Wer zwischen dem 2. und 6. Juli verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten sich mit der Polizei in Wörth an der Donau unter 09482/94110 in Verbindung zu setzen.

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