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Nördlinger Ries

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    Mars-Landung: Warum das Nördlinger Ries mitfiebert

    Wenn auf dem Mars heute Abend ein NASA-Roboter landet, schauen im Nördlinger Ries einige mit besonderer Spannung die Live-Übertragung im Fernsehen: Der nordschwäbische Meteoritenkrater soll helfen, nach Lebensspuren auf dem Roten Planeten zu suchen.

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    Von
    • Tobias Hildebrandt

    Für sie sei die Landung des Mars-Roboters ungeheuer aufregend, sagt Geologin Gisela Pösges vom Geopark Ries. Sie kenne viele der Wissenschaftler, die an der Mars-Mission beteiligt sind, weil ein großer Teil von ihnen schon das Nördlinger Ries besucht habe.

    Was das Nördlinger Ries so besonders macht

    Die Verbindung dieser Mars-Mission zum Nördlinger Ries besteht über eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie. Ein Forscher-Team aus Göttingen, den USA und Schottland hat eine neue Mess-Methode für Steine vom Mars entwickelt. Überprüft wurde die Methode an Millionen Jahre alten Ablagerungen aus dem Ries. Der Grund: Sowohl das Nördlinger Ries als auch der Landeplatz des NASA-Roboters sind Einschlagskrater von großen Meteoriten.

    Beide Krater waren einst mit Wasser gefüllt. Die Seen hatten einen extrem hohen pH-Wert, der im Nördlinger Ries die massenhafte Entstehung von Bakterien begünstigte. Die Schlussfolgerung: Auf der Suche nach Spuren von Bakterien auf dem Mars lohnt es sich am ehesten da zu bohren, wo es Steine gibt, die denen im Ries ähneln.

    Folgemission soll Marsgestein zur Erde bringen

    Geht alles glatt, soll eine Folgemission in einigen Jahren erstmals Gesteinsproben vom Mars zur Erde bringen. Gisela Pösges hofft, dass dann auch irgendwann einmal ein Marsgestein im Nördlinger Rieskratermuseum ausgestellt werden kann. Dort gehört bereits ein Mondgestein zur Dauerausstellung.

    In den 70er Jahren hatten Apollo-Astronauten für ihre Mond-Mission in Rieser Steinbrüchen trainiert. Der Meteoritenkrater im Ries ist in seiner Größenordnung laut Geologin Pösges der am besten erhaltene weltweit und deshalb für die Mond- und Marsforschung interessant, weil es dort viele Einschlagskrater gibt.

    Auch in Hof in Oberfranken fiebern Experten mit, wenn der Rover "Perserverance" um 21.36 Uhr auf dem roten Planeten landet. Denn am Landesamt für Umwelt (LfU) in Hof sind Grundlagen für die Mars-Expedition gelegt worden.

    Live-Übertragung auf BR-alpha

    Der Mars-Roboter bringt übrigens nicht nur technisches Gerät auf den Roten Planeten, sondern auch die Namen der Mitarbeiter des Geoparks Ries. Sie sind zusammen mit elf Millionen weiteren Namen auf drei Mikrochips gespeichert, die der Roboter an Bord hat. Geopark-Geologin Pösges hatte ihre Mitarbeiter bei der Aktion der NASA registriert.

    ARD-alpha überträgt die Landung heute ab 20.15 Uhr.

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