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Maroder Bahnhof in Immenstadt ist für Reisende ein Ärgernis | BR24

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Bahnfahren soll attraktiver werden, aber oft stehen Reisende schon am Bahnhof vor ersten Problemen: wenig einladend, nicht barrierefrei. Ein Negativbeispiel ist der Bahnhof in Immenstadt. Sogar der Bundestag wird sich mit ihm beschäftigen.

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Maroder Bahnhof in Immenstadt ist für Reisende ein Ärgernis

Bahnfahren soll attraktiver werden, aber oft stehen Reisende schon am Bahnhof vor ersten Problemen: wenig einladend, nicht barrierefrei. Ein Negativbeispiel ist der marode Bahnhof in Immenstadt. Sogar der Bundestag wird sich mit ihm beschäftigen.

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Große rote Banner hängen am Immenstädter Bahnhofsgebäude: "Auf Gleis 1 lässt die Deutsche Bahn Sie im Regen stehen" ist darauf geschrieben. Denn das Dach am Bahnsteig ist bis auf sein Metallgerippe im Frühjahr abgebaut worden. Es war nicht mehr standsicher. Seither ist allerdings kein neues aufgebaut worden.

Angst vor Rutschgefahr am Bahnhof

Das macht Bezirkstags-Vizepräsidentin und Bahnpendlerin Barbara Holzmann von den Grünen so kurz vor dem Winter Sorgen: "Es schneit einfach mal auch einen halben Meter oder mehr. Und sobald hier mehr Leute hin und herlaufen, dann wird das ganz schnell zu Eis." Einigermaßen verkehrssicher würde es nur bleiben, wenn "irrsinnig viel Salz" drauf gestreut würde.

Dazu käme noch, dass seit der Entfernung des Daches noch Müll und Bauholz am Bahnhof so gelagert würden, dass man dort seit einem halben Jahr die Fahrräder nicht mehr im Trockenen abstellen könne. Die Räder würden nun wild herumstehen, unter anderem dort, wo die Reisenden auf ihren Bus warten und wo sie Rollstuhlfahrern und Kinderwagen im Weg stehen.

Kein neues Dach, aber ein Wetterschutzhäuschen soll kommen

Vielen Immenstädtern ist es ein Rätsel, warum das Dach im Sommer nicht ersetzt worden ist und warum sie jetzt nass werden am Bahnsteig. Einfach ein neues Dach hinstellen, so leicht ist es laut Bahnsprecher Michael Schmidt nicht: "Bahnhofsvordächer sehen immer ganz trivial aus, Platte mit ein paar Stützen. Tatsächlich aber muss ein Bahnhofsvordach extrem sturmfest, stabil und massiv sein. Denn es hat keine Seitenwände, es ist wie ein Segel," sagt Schmidt. Er verspricht, dass bald ein Wetterschutzhäuschen aufgestellt wird.

Maroder Bahnhof ist unattraktiv

Eigentlich sollte das Bahnfahren ja attraktiver werden. Im Klimapaket der Bundesregierung steht, dass Bahntickets günstiger und die Bahn so beliebter werden soll. Wenn es aber schon an den Bahnhöfen scheitert? Die Wunschvorstellung sind barrierefreie, einladende Bahnhöfe. Aber die Realität sieht wie in Immenstadt anders aus.

Immenstädter Bahnhof ist nicht barrierefrei

In Immenstadt sind Gleis zwei und drei ausschließlich über Treppen zu erreichen, sind also nicht barrierefrei. Das Kofferband ist für alle, die nicht viel schleppen können, auch keine Hilfe: "Entweder ist das Kofferband kaputt. Oder wenn es läuft, dann läuft es mir zu schnell, weil ich einen schweren Koffer habe," klagt eine Frau. Für ältere Leute sei der Bahnhof ausgesprochen unfreundlich.

Immenstadt wird zum Politikum

Mit der Situation soll sich jetzt bald der Bundestag beschäftigen. Denn der örtliche Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae (FDP) hat wegen der vielen Probleme eine kleine Anfrage im Bundestag gestellt.

Er will erfahren, was der Bund als einziger Eigentümer der Bahn gegen solche Zustände tun will. "Da schwillt einem der Kamm. Die Bahn hat es nicht geschafft, diesen Bahnhof in den letzten Jahren oder auch in diesem Sommer wieder in Schuss zu bringen", sagt Thomae.

Bahn legt Fokus auf andere Bahnhöfe

Thomae betont, dass das Allgäu das ganze Jahr über eine Tourismusregion sei. Darum sei es dringend erforderlich, dass der Bahnhof von Immenstadt eine Visitenkarte für die Region werde. Bei der Bahn dagegen heißt es, dass es im Vergleich zu Immenstadt Bahnhöfe mit deutlich mehr Reisenden gebe. Diese müsse man jetzt zuerst barrierefrei ausbauen.