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Söder verärgert über schleppendes Impf-Tempo | BR24

© picture alliance / Fotostand | Fotostand / K. Schmitt

Impf-Tempo bayernweit zu langsam

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    Söder verärgert über schleppendes Impf-Tempo

    Vor einem Monat sind in Bayern die Impfungen gestartet. Es könnte besser laufen, kritisierte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder heute nach einer Video-Schalte seines Kabinetts. Er sparte nicht mit Kritik am Bundesgesundheitsminister.

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    Von
    • Vera Cornette

    Seinen Unmut äußerte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ganz unverhohlen: "Das Impfen entwickelt sich zunehmend zu einem echten Problem", sagte Söder nach der Kabinettssitzung. Zwar habe es in Bayern noch keinen Impfstopp gegeben, aber der Impfstoff fehle, deshalb gehe es langsamer.

    Aus Sicht des Ministerpräsidenten führt es zu "Verdruss, wenn in anderen Ländern der Welt die Eltern geimpft werden, während bei uns die Großeltern warten." Diese Schwierigkeiten würden nicht gerade die Impfbereitschaft erhöhen.

    Söder fordert: Nicht hilflos wirken

    Ohne den Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) namentlich zu erwähnen, appellierte Söder, für Verlässlichkeit zu sorgen, nicht hilflos, sondern engagiert zu wirken.

    Der deutlichen Kritik schloss sich auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek an: "Wir verspielen Vertrauen", sagt er und kritisierte die instabilen Lieferketten. Er frage sich schon: "Wer hat denn am Anfang bei den Bestellungen eigentlich mal auf die Lieferketten geschaut? Wer hat denn die Bedarfe ermittelt? Wer hat denn irgendwelche Puffer eingebaut?"

    Grüne kritisieren Söders Aussagen

    Von der größten Oppositionsfraktion im Landtag, den Grünen, gab es Kritik an Söders Äußerungen zum Impfen: "Dass Söder jetzt den Anschein erweckt, er hätte alles besser gewusst, ist falsch", sagt die Bayerische Grünen-Chefin Katharina Schulze. Er hätte sich längst einschalten und sowohl Gesundheitsminister Jens Spahn als auch auf europäischer Ebene Tipps geben können.

    Bayern hatte einen Tag nach Weihnachten am 27. Dezember mit den Impfungen begonnen. Bislang wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 499.050 Impfdosen nach Bayern geliefert. 270.400 Menschen wurden in Bayern bereits geimpft (Erstimpfung). Für einen wirksamen Schutz ist eine zweite Impfung im Abstand von 21 Tagen notwendig.

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