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Von unterfränkischen Politikern der Union gibt es viel Zuspruch für eine Kandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.

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    Söder und die Kanzler-Frage: Politikerstimmen aus Unterfranken

    Einen Kanzlerkandidaten hat die Union noch nicht, aber sowohl Söder als auch Laschet wären bereit. Von unterfränkischen Politikern der Union gibt es viel Zuspruch für eine Kandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.

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    Von
    • Leon Willner
    • Carol Lupu
    • Carolin Hasenauer
    • Pirmin Breninek
    • BR24 Redaktion

    Wird es Armin Laschet [zum Portrait] oder Markus Söder [zum Portrait]? Die Frage, wer von beiden Kanzlerkandidat wird, beschäftigt auch Politikerinnen und Politiker der Union aus Unterfranken.

    Viele geben Söder mehr Chancen

    Viele davon sprechen sich für eine Kandidatur von Söder aus. So auch Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU). "Im Hinblick auf einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf halte ich Markus Söder für den geeigneteren Kandidaten", sagte Schuchardt auf BR-Anfrage. Gleichwohl traue er auch Armin Laschet zu, das Amt gut ausfüllen zu können. "Beide können regieren", sagt Schuchardt. Allerdings spricht der Würzburger OB die höheren Erfolgsaussichten Markus Söder aus. Innerhalb der Union sei Söder "bundesweit vermittelbar", meint Schuchardt. Er schätze an ihm vor allem seine "Klarheit und seine politische Glaubwürdigkeit".

    Barbara Stamm: "Söder bestens geeignet"

    Die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) hält Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder als "bestens geeignet" für das Kanzleramt in Berlin. Allerdings sagte die 76-Jährige dem Bayerischen Rundfunk, dass es innerhalb der Union Einigkeit in der Kanzlerfrage brauche: "Ich gehöre nicht zu denjenigen, die Markus Söder empfehlen würden zu kandidieren, wenn diese Geschlossenheit nicht vorhanden ist." Außerdem sagte Stamm, dass für Söders Entscheidung auch die Voraussetzungen in Bayern stimmen müssten. "Da wird die Diskussion auch nicht leicht werden", sagte die Unterfränkin. "Da gibt es mit Sicherheit nicht nur einen Anwärter, sondern mehrere", erklärt sie.

    Als langjährige Abgeordnete und Präsidiumsmitglied der CSU hat Stamm Söders Aufstieg vom Vorsitzenden der Jungen Union bis zum möglichen Kanzlerkandidaten verfolgt. "Angetan war ich schon von ihm, wie er Generalsekretär gewesen ist", sagte Stamm. "Da ging doch so ein frischer Wind durch die Partei. Wo Markus Söder war oder ist, ist was los." Im Jahr 2018 hatte Stamm als Landtagspräsidentin Söder erstmals als Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern vereidigt.

    Paul Lehrieder: "Zutrauen würde ich es ihm"

    Auch Paul Lehrieder (CSU), Bundestagsabgeordneter aus Würzburg, befürwortet eine Kanzlerkandidatur von Markus Söder. Auf BR-Nachfrage sagte er: "Zutrauen würde ich es ihm auf jeden Fall – ob aber auch andere Landesverbände ihn unterstützen würden, kann ich nicht einschätzen." Neben Armin Laschet (CDU) sei Söder ein geeigneter Kandidat auf die Position des Bundeskanzlers. Die Frage sei dann, "ob Markus Söder unangefochten in München bleiben oder sich dem rauen Wind in Berlin stellen will." Sicherlich im Hinterkopf habe Söder die gescheiterten Versuche von Franz-Josef Strauß (CSU) und Edmund Stoiber (CSU): Beide waren bayerische Ministerpräsidenten, beide konnten trotz breiter Unterstützung keine Mehrheit für das Kanzleramt erlangen.

    Zu der Frage, ob ein fränkischer Kanzler Vorteile für die Region bringen würde, sagt Lehrieder: "Sicherlich keine Nachteile. Aber die Themen der kommenden Jahre gehen über die Region hinaus. Söder wird ohnehin Politik für ganz Deutschland machen müssen – aber sein Herz wird immer für Franken schlagen, ob er in München ist oder in Berlin."

    Zuspruch auch von Andrea Lindholz

    Auch Andrea Lindholz, CSU-Bundestagsabgeordnete aus Aschaffenburg, spricht sich für die Kandidatur von Söder aus. "Markus Söder hat zweifellos das Zeug, um unser Land fit für die Zukunft zu machen. Bayern hat in dieser historischen Krise mit Markus Söder zum Glück einen starken und umsichtigen Ministerpräsidenten an der Spitze, der zupackt, vorausschaut und standhält", sagt Lindholz, die im Bundestag dem Ausschuss für Inneres und Heimat vorsitzt.

    Seine Regierungskompetenz hat Söder über 20 Jahre in verschiedenen politischen Spitzenämtern nachgewiesen. "Er verfügt über einen besonderen Erfahrungsschatz. Für Bayern wäre es ein Verlust, für Deutschland aber ein Gewinn, wenn Markus Söder von der Landes- auf die Bundesebene wechseln würde. Letztendlich muss diese Frage von unserer Schwesterpartei CDU beantwortet werden. Kein Kanzlerkandidat der Union kann ohne die breite Unterstützung der CDU gewinnen", so die Bundestagsabgeordnete.

    Judith Gerlach möchte nicht spekulieren

    Für Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) aus dem Landkreis Aschaffenburg ist es noch zu früh für die Frage, wer die Union in die Bundestagswahl 2021 führen soll: "Markus Söder ist Ministerpräsident des Freistaats Bayern. Deshalb gibt es derzeit überhaupt keinen Anlass, über mögliche Personalfragen zu spekulieren."

    Dorothee Bär und Anja Weisgerber halten sich zurück

    Auch die beiden CSU-Abgeordneten Dorothee Bär und Anja Weisgerber haben sich noch nicht zu der Kanzlerkandidatur Söders geäußert. So erklärte Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber dem BR: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich derzeit nicht öffentlich äußern möchte." Die Union werde zwischen Ostern und Pfingsten dazu eine Entscheidung treffen, so Weisgerber.

    Die CSU-Politikerin ist für den Wahlkreis Schweinfurt-Kitzingen zuständig. Seit Oktober 2013 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Darüber hinaus ist sie unter anderem stellvertretende Vorsitzende der CSU im Bundestag und Beauftragte für Klimaschutz der CDU/CSU-Fraktion.

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