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Wegen der Überschwemmungen in Südostbayern besucht Ministerpräsident Söder die Region.

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Söder und Scholz im bayerischen Hochwassergebiet

Wegen der Überschwemmungen in Südostbayern besucht Ministerpräsident Söder die Region. Mit dabei ist Bundesfinanzminister Scholz. Mehrere bayerische Politiker zeigten sich erschüttert über das Hochwasser, insbesondere im Berchtesgadener Land.

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Von
  • Petr Jerabek

Parteiübergreifend haben bayerische Spitzenpolitiker ihr Mitgefühlt mit den vom Hochwasser betroffenen Menschen im Freistaat ausgedrückt und den Rettungskräften für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. Angesichts der angespannten Lage im Südosten des Freistaats besuchen am Nachmittag Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (alle CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) das besonders betroffene Berchtesgadener Land. Dort wollen sich die Politiker ein Bild von der Lage machen.

Für 15.50 Uhr ist eine Pressekonferenz in Schönau am Königssee angesetzt. Mit Spannung erwartet wird, welche Hilfen der Ministerpräsident für die Betroffenen in der Region ankündigt. Erste Forderungen nach einem staatlichen Hilfspaket wurden bereits laut.

Herrmann spricht von dramatischer Lage

Innenminister Herrmann ließ sich schon am Morgen telefonisch von Landrat Bernhard Kern (CSU) über die aktuelle Lage informieren und ist nach eigenen Angaben in Kontakt mit den Einsatzkräften der Polizei und der Rettungskräfte. Die Situation sei "dramatisch", sagte er dem BR. "Wir wollen uns unmittelbar informieren: Was kann man jetzt tun, wie kann man helfen?"

Durch die Regenmassen habe es in mehreren Teilen des Voralpenlandes "Hangrutsche" gegeben, und es drohten weitere Murenabgänge. "Das kann nicht nur Straßen blockieren, sondern das kann auch eine Bedrohung für Wohnhäuser sein, die am Hang stehen", betonte der Minister. "Das muss jetzt sorgfältig analysiert werden."

Ministerin: "Sehr bedrückend"

Landwirtschaftsministerin Kaniber, die im Berchtesgadener Land ihren Stimmkreis hat, zeigte sich tief betroffen von den "verheerenden Überflutungen" in der Region. "Die Bilder und persönlichen Gespräche in meiner Heimat sind damit sehr bedrückend", schrieb sie auf Facebook. "Mein tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen, die liebe Menschen verloren haben oder vor ihrem zerstörten Hab und Gut stehen."

Den hunderten Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern danke sie von Herzen. Sie seien seit Samstag pausenlos gefordert und unermüdlich im Einsatz, um den Menschen im Berchtesgadener Land in dieser gefährlichen Situation zur Seite zu stehen. "Vergelt's Gott auch an die überörtlichen Helfer, die noch in der Nacht angerückt sind!" Alle Menschen in der Region rief Kaniber auf, die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen und unnötige Fahrten zu vermeiden.

Dank an die Rettungskräfte

Die bayerische Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze reagierte erschüttert auf die Nachricht, dass mindestens ein Mensch durch das Hochwasser ums Leben gekommen ist. "So furchtbar", schrieb sie auf Twitter und fügte hinzu: "Stay safe und danke an die Rettungskräfte für ihre Arbeit."

SPD-Landes- und -Fraktionschef Florian von Brunn zeigte sich bedrückt angesichts der "schlimmen Hochwasser-Situation im Berchtesgadener Land, die leider auch ein Todesopfer gefordert hat". Er hoffe sehr, dass sich die Lage entspannt. "Herzlichen Dank an Feuerwehr und Einsatzkräfte für ihre mutige Arbeit."

Aiwanger fordert Milliardenhilfen des Bundes

Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger schrieb bereits am Samstagabend auf Facebook mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe in verschiedenen deutschen Regionen, noch habe die Rettung oberste Priorität. Es müsse aber auch möglichst schnell die Beseitigung der Schäden organisiert werden. "Milliardenhilfen des Bundes sind nötig, aber auch schnell bundesweit Organisation von Baumaterial, Fachkräften etc."

Bereits am Samstag bezeichnete es AfD-Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner als "geradezu schäbig", wenn in dieser schlimmen Stunde Politiker "wieder nur vom menschengemachten Klimawandel" reden, twitterte sie. " Statt den Bürgern zu helfen, kriegen sie Floskeln über den Klimawandel zu hören. Als seien sie auch noch selbst für die Flut verantwortlich!"

Bundesfinanzminister verspricht Soforthilfen

Bundesfinanzminister Scholz stellte bereits Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht. Die Schäden in den Hochwassergebieten seien immens, twitterte er. "Wer sein Geschäft, sein Haus verloren hat, kann die Schäden nicht alleine tragen. Wir müssen jetzt als Land zusammenstehen und den Flut-Opfern schnell, großzügig und unbürokratisch helfen."

In der "Bild am Sonntag" forderte Scholz einen nationalen Kraftakt. Am Mittwoch will der Vizekanzler im Kabinett zwei Dinge auf den Tisch legen: "Erstens eine Soforthilfe, bei der letzten Flut waren dafür deutlich mehr als 300 Millionen Euro nötig. Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht", sagte er. "Zweitens müssen wir die Grundlage für ein Aufbauprogramm schaffen, damit die zerstörten Häuser, Straßen und Brücken zügig repariert werden. Wie wir von der vorherigen Katastrophe wissen, geht es um Milliarden Euro."

Lage teilweise dramatisch

Insbesondere der Landkreis Berchtesgadener Land wurde in der Nacht schwer von Hochwasser getroffen, der Katastrophenfall wurde ausgerufen. Nach Angaben des Landratsamts waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im äußersten Südosten Bayerns betroffen. Die Lage war teilweise dramatisch: Sturzfluten ergossen sich über die Straßen, Hänge rutschten ab, Keller liefen voll. In dem Ort Marktschellenberg war den Angaben zufolge der Ortsteil Scheffau von der Außenwelt abgeschnitten.

Mehr als 130 Menschen im Landkreis mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Laut Landrat Kern gab es im Landkreis zwei Tote. Eines der beiden Opfer sei an einer natürlichen Ursache gestorben, allerdings könne auch dies mit dem Unwetter zusammenhängen. Weitere Angaben dazu machte er nicht. Aber auch in weiteren bayerischen Regionen gibt es Überschwemmungen.

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