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Markus Söder erklärt neue Corona-Test-Strategie in Bayern | BR24

© picture alliance/Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, bei der Sitzung des bayerischen Kabinetts am Dienstag.

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    Markus Söder erklärt neue Corona-Test-Strategie in Bayern

    Keine großen weiteren Lockerungen, aber mehr und kostenlose Corona-Tests für die Bevölkerung - auch ohne Symptome. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder nach der Kabinettssitzung an - und erklärte die Strategie dahinter.

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    Kostenlose Corona-Tests für alle in Bayern - diese Ankündigung hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bereits am Sonntag gemacht. Nun erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung weitere Details zu dem Plan.

    Bayern will Test-Kapazität weiter erhöhen

    "Wer dauerhaft mehr lockert, muss im Gegenzug auch mehr testen", sagte er. Tests seien ein Frühwarnsystem und dienten auch der Vorbeugung. Bayerns Strategie sei: "Schneller, kostenlos und für jedermann."

    Schon jetzt werde in Bayern auf die Bevölkerung bezogen sehr viel getestet - mehr als beispielsweise in Österreich, Italien oder Südkorea. Die Kapazität soll nun von 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag weiter ausgebaut werden.

    Die entstehenden Kosten schätzt Söder auf zunächst rund 200 Millionen Euro. "Klar es kostet Geld", aber es gebe im Moment keine lohnendere Investition, als die Sicherheit zu erhöhen. "Deswegen ist es für alle besser."

    Jeder kann sich testen lassen - Reihentests ebenfalls möglich

    Bei den Tests gibt es dem Ministerpräsidenten zufolge "keine Begrenzung". Das heißt, dass sich ab Juli auch Personen ohne Symptome testen lassen können. Für medizinisches Personal beispielsweise in Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen soll es Reihentests geben, für Lehrer, Erzieher und Betreuer soll das auf freiwilliger Basis ebenfalls möglich sein.

    Es solle sich aber jeder gegebenenfalls auch mehrfach testen lassen, sagte der Ministerpräsident. Es sei ein mutiges Test-Konzept, "aber es ist der Zeit angemessen".

    Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonte, dass bei Tests weiterhin Menschen mit Symptomen und deren Kontaktpersonen Priorität haben werden. Aber man wolle auch Menschen ein Angebot machen, die möglicherweise verunsichert seien. "Wir wissen, es sind immer nur Momentaufnahmen. Aber das ist bei allen Tests so." Trotzdem seien auch die Momentaufnahmen nötig, um abschätzen zu können, "wo läuft denn gerade etwas". Sie rechnet damit, dass es durch diese Tests auch Zufallstreffer geben wird.

    Markus Söder will zweite Corona-Welle verhindern

    Da mit einer zweiten Corona-Welle zu rechnen sei, sei es ganz entscheidend, ein Frühwarnsystem zu haben, betonte Söder. Er sieht generell eine wachsende Unsicherheit in der Bevölkerung wegen der Corona-Krise angesichts der Lockerungen. In vielen Ländern sei die zweite Corona-Welle bereits da, sagte der Ministerpräsident zu Beginn der Pressekonferenz.

    An dem Vorstoß Söders für Corona-Tests für jeden gab es zuletzt Kritik - unter anderem von Gesundheitsminister Jens Spahn. Er fordert mehr systematische Tests statt Tests in der Fläche. Diese seien wenig zielführend und könnten sogar ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln und damit kontraproduktiv wirken.

    Bei den Ministerpräsidenten ist das Bild uneinheitlich, während einige weiterhin Personen nur sehr gezielt und nicht flächendeckend testen wollen, haben andere ein ähnliches Konzept wie Bayern angekündigt.

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