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Söder: Dürfen Corona-Nachverfolgung "nicht aufgeben" | BR24

© pa/dpa/Peter Kneffel

Ministerpräsident Söder (blau-weißer Mund-Nasen-Schutz) schaut sich die Kontaktnachverfolgung im Münchner Gesundheitsamt am 22.10.20 an.

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    Söder: Dürfen Corona-Nachverfolgung "nicht aufgeben"

    Bayerns Ministerpräsident Söder hat betont, wie wichtig die Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten für die Eindämmung der Pandemie ist. Dafür wird das Personal derzeit aufgestockt - was die Opposition schon lange fordert.

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    Von
    • Maximilian Heim
    • Arne Wilsdorff

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat bei einem Besuch des Münchner Gesundheitsamts betont, wie wichtig die Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist. Diese müsse trotz der rasch ansteigenden Infektionszahlen so lange wie möglich gewährleistet bleiben, sagte Söder: "Wir dürfen die Nachverfolgung nicht aufgeben."

    Der Ministerpräsident verwies auch auf 2.000 zusätzliche Mitarbeiter aus dem Staatsdienst für die bayerischen Gesundheitsämter, deren Entsendung das Kabinett vergangene Woche beschlossen hatte.

    Söder um Optimismus bemüht

    Das Gesundheitssystem sieht der Ministerpräsident und CSU-Chef besser vorbereitet als zu Beginn der Pandemie vor gut einem halben Jahr: "Die Gefahr, dass es uns so erwischt wie im Frühjahr, die Alten-, die Pflegeheime, die Krankenhäuser, ist deutlich reduziert."

    Wie schon bei seiner gestrigen Regierungserklärung bemühte sich Söder heute auch um etwas Optimismus. "Wenn wir jetzt ein bisschen mehr machen, dann bleibt uns vieles andere dann erspart", appellierte er an die Bevölkerung. Für Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes hatte er bereits gestern eine 500-Euro-Prämie angekündigt.

    Reiter: "Gemeinsam in den Griff bekommen"

    Derzeit steigen auch in München die gemeldeten Corona-Zahlen weiter an. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) setzt darauf, dass die inzwischen getroffenen Maßnahmen bis zum Beginn der Herbstferien in gut einer Woche wirken. "Ich hoffe darauf, dass die Inzidenzwerte nicht weiter steigen und dass wir gemeinsam dieses Thema in den Griff bekommen", sagte er bei dem gemeinsamen Termin mit Söder.

    Das Beispiel München zeigt aber auch, dass die Situation zunehmend schwieriger wird. Innerhalb einer Woche mussten die sogenannten "Contact-Tracer" in der Landeshauptstadt rund 1.200 positive Fälle nachverfolgen - das macht tausende zu informierende Menschen allein in einer Woche. Aktuell kümmern sich rund 500 Mitarbeiter in der Landeshauptstadt unter anderem um die Kontaktnachverfolgung, darunter 30 Bundeswehrsoldaten.

    Diese Mitarbeiter sind aber laut einem Sprecher des Referats für Gesundheit und Umwelt auch für die Bewertung von Hygieneplänen, die Organisation von Corona-Tests und andere Aufgaben zuständig. Söder kündigte heute allein für die Landeshauptstadt 200 weitere Mitarbeiter als Unterstützung an.

    Hausärzte für mehr Personal in Gesundheitsämtern

    Auch die bayerischen Hausärzte haben den Eindruck, dass die Gesundheitsämter personell an ihre Grenzen stoßen. "Wir stellen fest, dass von Woche zu Woche mehr Kontaktpersonen der Kategorie 1 in den Hausarztpraxen einen Corona-Test machen, die normalerweise von den Gesundheitsämtern getestet würden", sagte Markus Beier, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverband, auf BR-Anfrage. Daher unterstreicht der Hausärzteverband seine Forderung nach einer personellen Verstärkung der Gesundheitsämter.

    Bereits seit Monaten kritisiert auch die bayerische Opposition, dass es in den Gesundheitsämtern an Personal für die Kontaktnachverfolgung fehle. An anderer Stelle stehen die Behörden in Bayern ebenfalls vor Herausforderungen: Zuletzt hatte die "FAZ" berichtet, dass derzeit in Bayern nur noch 20 Prozent der Neuinfektionen einem Ausbruchgeschehen zugeordnet werden können. Auch das erschwert die Kontaktnachverfolgung. Die Zeitung berief sich auf Auskünfte des hiesigen Gesundheitsministeriums.

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