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Söder: "Die Grünen müssen sich entscheiden!" | BR24

© picture alliance/dpa/Daniel Karmann

Markus Söder

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Söder: "Die Grünen müssen sich entscheiden!"

Wohin bewegt sich die Union? Nach der Wahl Armin Laschets zum CDU-Chef ist auch die CSU gefragt. Parteichef Söder äußert im BR große Sympathien für Schwarz-Grün. Er und Generalsekretär Blume finden auch: Bloß keine Eile bei der Kanzlerkandidatur!

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Von
  • Florian Haas

Armin Laschet steht als neuer CDU-Chef zum Start ins Superwahljahr vor vielen Baustellen. Vor allem muss er nach seinem knappen Ergebnis die Partei einen. Das heißt auch: Er muss die Anhänger von Friedrich Merz und Norbert Röttgen mitnehmen. Die Zusammenarbeit mit der Schwesterpartei CSU soll so gut bleiben wie zuletzt; die Kanzlerfrage der Union muss geklärt werden; und dann ist da natürlich die Frage, mit welcher Strategie CDU und CSU in den Wahlkampf ziehen.

Söder fordert die Grünen zur Positionsbestimmung auf

CSU-Chef Söder hat im BR-Interview nun deutlich gemacht, dass er sich eine Zusammenarbeit mit den Grünen vorstellen kann. Ein Bündnis aus Schwarz und Grün hätte aus seiner Sicht viel Potenzial. Allerdings müssten sich die Grünen klar positionieren, sich zwischen zwei Optionen entscheiden; nämlich, so Söder: Wählen sie die Variante bürgerlich oder links?

Die Menschen hätten ein Recht zu wissen, ob die Grünen unter einer bürgerlichen Führung die großen Fragen von Ökonomie und Ökologie angehen wollen. Sein Gefühl sei, so Söder in der radioWelt auf Bayern 2, dass viele Menschen die Grünen gerne in der Regierung dabei sähen, "aber nicht als Nummer eins".

Und was ist mit Schwarz-Gelb?

Dort sieht der CSU-Chef, der auch die FDP einen "interessanten Partner" nennt, unausgesprochen die Union. Diese aber müsse nicht nur in der Mitte punkten, sondern künftig "auch geistige Führungsarbeit leisten". Klimawandel, Schulen, Digitalisierung, Kitas - inhaltlich könne man nicht zurückfallen in die Zeit vor Corona, meint Söder. Zugleich sagt der bayerische Ministerpräsident einen spannenden Wahlkampf voraus. Nach einer "erfolgreichen und dominanten" Kanzlerin wie Angela Merkel stehe nun eine Übergangsphase an.

Eine Phase, in der nun Armin Laschet die Schwesterpartei CDU führen wird. Söder sieht in der Zusammenarbeit keine allzu großen Hindernisse. Gewiss habe man in der Corona-Politik mitunter unterschiedliche Akzente setzen wollen. Letztlich aber "sind wir immer gut zusammengekommen".

Ob nun Laschet oder Söder oder womöglich ein anderer die Union erneut ins Kanzleramt führen soll, ist dem bayerischen Ministerpräsidenten zufolge keine besonders dringend zu klärende Frage. Die Menschen hätten wegen der Corona-Pandemie ohnehin anderes im Kopf derzeit. Eine Entscheidung im Frühjahr sei ausreichend; das habe er schon vor längerem gesagt.

Blume nennt Söders Kurs bei K-Frage "goldrichtig"

CSU-Generalsekretär Markus Blume hat unterdessen im BR klar gemacht, dass er diesen Zeitplan bei der K-Frage nicht nur für angebracht hält, sondern sogar für "goldrichtig". Im B5 Thema des Tages sagte Blume, man müsse zunächst alle Kräfte darauf konzentrieren, die Corona-Pandemie zu überwinden. Dann stünden am 14. März die wichtigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an. Und dann erst käme der richtige Zeitpunkt für die Entscheidung, wen die Union ins Rennen schickt.

"Da reden wir ganz klar über das Frühjahr!" CSU-Generalsekretär Markus Blume auf B5 aktuell zum Zeitpunkt der Kanzlerkandidaten-Entscheidung der Union

Andere Parteien wie die SPD (die Olaf Scholz bereits vor einiger Zeit zum Kanzlerkandidaten ernannt hatte) werden nach Blumes Einschätzung merken, "dass das ein klarer Fehler war". Es gehe noch noch nicht um Bundestagswahlkampf, sondern um Corona-Bekämpfung.

CSU glaubt an Laschets Fähigkeiten

Auch äußert Blume Zutrauen in die Fähigkeiten Laschets, die unterschiedlichen Strömungen in der CDU nun zu einen. Er sei überzeugt, dass Laschet "das leisten kann". Und das sei auch wichtig, um erfolgreich zu sein. Eine Volkspartei wie die CDU brauche konservative, liberale und christsoziale Überzeugungen. Er sehe da keinen Richtungsstreit, so der CSU-Generalsekretär.

© B5 aktuell

CSU-Generalsekretär Blume über die Zukunft der Union, die K-Frage und die Strömungen in der Union

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