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Maria Baumer: Was über den tatverdächtigen Verlobten bekannt ist | BR24

© BR/Marcel Kehrer

Der Verlobte der 2013 tot aufgefundenen Maria Baumer wurde erneut verhaftet. Die Polizei verdächtigte ihn schon lange. Er saß deshalb auch schon einige Wochen in Untersuchungshaft. Was bisher über ihn bekannt ist.

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Maria Baumer: Was über den tatverdächtigen Verlobten bekannt ist

Der Verlobte der 2013 tot aufgefundenen Maria Baumer wurde erneut verhaftet. Die Polizei verdächtigte ihn schon lange. Er saß deshalb auch schon einige Wochen in Untersuchungshaft. Was bisher über ihn bekannt ist.

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Lange galt der damalige Verlobte von Maria Baumer als Verdächtiger. Er saß deshalb einige Wochen in Untersuchungshaft und musste dann aber freigelassen werden, weil ihm die Tat nicht nachgewiesen werden konnte. Jetzt wurde er wieder verhaftet, wie dessen Rechtsanwalt Michael Haizmann dem BR sagte. Es werde wegen Mordes mit den Merkmalen der Heimtücke und niedriger Beweggründe ermittelt.

Verlobter von Maria Baumer hatte Zugang zu Betäubungsmitteln

Eigentlich waren die Ermittlungen 2018 eingestellt worden. Doch der leitende Oberstaatsanwalt Dr. Clemens Prokop sagte dazu: "Bei Tötungsdelikten geben wir nie auf." Im Juli dieses Jahres hatte die Ermittlungsgruppe "Maria" die Arbeit wieder aufgenommen.

Dabei wurden die sterblichen Überreste von Maria Baumer toxikologisch untersucht. An ihren Kleidungsstücken und an den Haaren konnte der Stoff Lorazepam nachgewiesen werden, ein starkes Betäubungsmittel. Zu diesem hatte der Verlobte als Krankenpfleger Zugang.

Bei der Sichtung von Krankenakten fanden die Ermittler aber keine Hinweise darauf, dass Maria Baumer das Medikament freiwillig eingenommen hat. Möglicherweise wurde sie also betäubt. Auf dem Computer des Verhafteten stellten die Ermittler fest, dass er im Internet nach den Stichworten "Lorazepam", "lethale Dosis" und "der perfekte Mord" gesucht hatte.

Unklar ist allerdings, ob Maria Baumer an einer Überdosis Lorazepam starb, oder ob sie auf eine ander Weise getötet wurde.

Tatverdächtiger betäubte schon mal eine Frau mit dem Medikament

Mitte Dezember 2016 wurde der Verlobte in einem anderen Fall zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung. Auch dabei spielte das Medikament eine Rolle. Der Krankenpfleger aus Regensburg hatte vor Gericht die Übergriffe auf zwei Schüler des Domspatzen-Gymnasiums zugegeben. Außerdem hatte er eingeräumt, einer ehemaligen Patientin des Bezirksklinikums jenes Beruhigungsmittel eingeflößt zu haben.

Verfahren war eigentlich eingestellt worden

Jahrelang habe sich in dem Fall nichts mehr getan, sagte Haizmann. Am Montag seien die Wohnungen seines Mandanten und die von dessen Mutter und eines Bruders durchsucht worden.

Ende Mai 2012 hatte der damals 28-jährige Verlobte Maria Baumer bei der Polizei als vermisst gemeldet. Das Paar hatte zusammen gelebt. Am Tag, an dem die Einladungen zur Hochzeit verschickt werden sollten, verschwand die 26-Jährige. Die beiden wollten 2012 heiraten.

Der Verlobte hatte behauptet, nach dem Verschwinden der Frau noch zweimal mit ihr telefoniert zu haben. Dabei soll sie gesagt haben, dass sie eine Auszeit nehmen wolle.

Verlobter äußerte sich im Fernsehen

Nach dem Verschwinden der damals 26-Jährigen setzen der Verlobte und ihre Familie alle Hebel in Bewegung, um die sie zu finden. Gemeinsam mit Baumers Zwillingsschwester trat der Verlobte Ende Oktober 2012 auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" auf. Er zeigte Marias Handy und ihren Verlobungsring, den sie angeblich nicht mitgenommen hatte.

16 Monate nach dem Verschwinden fanden Pilzsammler Baumers Skelett in einem Wald bei Regensburg. Die Todesursache konnte laut Angaben der Polizei von damals nach so langer Zeit nicht mehr festgestellt werden.

Verlobter galt schon 2013 als tatverdächtig

Mitte September 2013 wurde der Verlobte von Maria Baumer verhaftet. Der Mann, der als Krankenpfleger gearbeitet und einige Semester Medizin studiert hatte, kam aber wieder auf freien Fuß, nachdem sein Anwalt Haizmann ein zweites Mal Haftbeschwerde eingelegt hatte.

November 2013: Verlobter kommt frei

Im Jahr 2013 hatte der Rechtsanwalt seine Haftbeschwerde vor allem auf zwei Säulen gestützt. "Es konnte nicht festgestellt werden, ob die Frau umgebracht wurde. Die Umstände ihres Todes sind gänzlich unbekannt", sagte Haizmann damals. Zudem habe das Motiv gefehlt: "Die beiden hatten eine harmonische Beziehung und wollten heiraten."