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Bildrechte: picture alliance/Armin Weigel/dpa

Seit acht Tagen wird am Regensburger Landgericht der mutmaßliche Mord an Maria Baumer verhandelt. Angeklagt ist ihr ehemaliger Verlobter. Jetzt sagt zum ersten Mal eine Angehörige in den Fall aus - die Zwillingsschwester von Maria Baumer.

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Maria-Baumer-Prozess: Zwillingsschwester sagt aus

Seit acht Tagen wird am Regensburger Landgericht der mutmaßliche Mord an Maria Baumer verhandelt. Angeklagt ist ihr ehemaliger Verlobter. Jetzt sagt zum ersten Mal eine Angehörige in den Fall aus - die Zwillingsschwester von Maria Baumer.

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Von
  • Andreas Wenleder

Am Landgericht Regensburg wird am Mittwoch der Maria-Baumer-Prozess fortgesetzt. Erstmals wird eine Aussage einer Angehörigen, der 2012 verschwundenen 26-Jährigen erwartet.

Acht Prozesstage lang wird vor dem Landgericht Regensburg mittlerweile schon der mutmaßliche Mordfall Maria Baumer verhandelt. Acht Prozesstage, in denen die Angehörigen von Maria Baumer teils grausame Details zum Tod ihrer Tochter und Schwester hören mussten.

Zwillingsschwester hatte mit dem Angeklagten nach Maria gesucht

Die Familie tritt im Prozess als Nebenkläger auf. Die Mutter, der Vater und die hochschwangere Zwillingsschwester haben bisher jede Minute des Prozesses aufmerksam verfolgt. Am Mittwoch haben sie erstmals selbst die Möglichkeit, über ihren schweren Verlust zu berichten.

Als erste Zeugin ist am Vormittag die Zwillingsschwester geladen. Sie hatte zusammen mit dem angeklagten früheren Verlobten von Maria Baumer intensiv und auch öffentlich nach ihrer Schwester gesucht. Erst über ein Jahr nach dem Verschwinden Maria Baumers bekam die Familie im September 2013 schließlich Gewissheit, als Maria Baumers Leiche in einem Wald bei Bernhardswald gefunden wurde.

Beschwerde der Familie führte zur Anklage

Dass es nun nach Jahren doch noch zum Prozess gekommen ist, ist auch ein Erfolg der Familie. Sie hatte gegen die zwischenzeitliche Einstellung der Ermittlungen Beschwerde eingelegt. Die daraufhin eingeleiteten Nachermittlungen führten schließlich acht Jahre nach dem mutmaßlichen Mord doch noch zu einer Anklage.

Verantworten muss sich der ehemalige Verlobte von Maria Baumer. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Mord zur Last. Der 35-Jährige soll heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt haben. Der Anklage nach hatte der Mann seiner Verlobten im Mai 2012 zunächst ein Beruhigungsmittel verabreicht und anschließend eine Überdosis eines weiteren Medikamentes. Dadurch sei es - mit hoher Wahrscheinlichkeit - zum Atemstillstand gekommen. Daraufhin soll er die bewusstlose Frau beziehungsweise den Leichnam in einem Wald in eine Grube gelegt und mit chemischen Mitteln bestreut haben, so dass sich die Gewebeteile verflüssigten. Im Spätsommer 2013 entdeckten Pilzsammler ihr Skelett.

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