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Maria-Baumer-Prozess: Mühsame Suche nach elektronischen Spuren | BR24

© pa/dpa/A. Weigel

Der Angeklagte im Prozess um die mutmaßliche Ermordung von Maria Baumer.

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    Maria-Baumer-Prozess: Mühsame Suche nach elektronischen Spuren

    Der Indizienprozess um die mutmaßliche Ermordung von Maria Baumer am Landgericht Regensburg geht weiter: Am sechsten Verhandlungstag befasste sich das Gericht mit elektronischen Spuren auf Computern und Speichersticks.

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    Digitale Spuren auf Rechnern und Speichermedien: Im Prozess um den Tod der früheren Landesvorsitzenden der Katholischen Landjugend (KLJB), Maria Baumer, hat sich das Gericht am sechsten Verhandlungstag mit technischen Details befasst. Außerdem sagten zwei Bekannte Baumers aus. Angeklagt ist Maria Baumers damaliger Verlobter.

    Daten wurden gelöscht

    IT-Experten berichteten vor Gericht, wie sie Rechner und Speichermedien aus dem Umfeld der Getöteten untersucht haben. Dabei haben die Gutachter auch Passwörter wiederhergestellt und bemerkten manuelle und automatische Löschungen auf den Geräten. Unter anderem konnten sie Spuren sichern, die zeigen, dass der Angeklagte Kinderpornografie konsumiert haben könnte.

    Freundin berichtet vom letzten Treffen mit Baumer

    Außerdem sagte eine Freundin von Maria Baumer aus, die ein paar Tage vor deren Verschwinden zu Besuch war. Nach ihrer Aussage wirkte die damals 26-Jährige wie immer. Auch ihr damaliger Verlobter – der jetzige Angeklagte – der ebenfalls zuhause war, habe normal gewirkt. Es sei ihr damals so vorgekommen, als hätten sie einen innigen Umgang miteinander, so die Zeugin.

    Maria Baumer aus Muschenried im Landkreis Schwandorf ist im Mai 2012 spurlos verschwunden. Die 26-Jährige war damals Vorsitzende der KLJB, einem der größten Jugendverbände in Bayern. Ihr Leichnam wurde dann mehr als ein Jahr später in einem Wald im Landkreis Regensburg gefunden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine Verlobte mit Medikamenten getötet zu haben.

    Rätsel um leere Anrufliste

    Befragt wurde auch der ehemalige Freund der Zwillingsschwester von Maria Baumer. Dieser hatte zusammen mit der Schwester auf eigene Faust den Computer und die Anrufliste Maria Baumers durchsucht - kurz nach deren Verschwinden. In der gemeinsamen Wohnung von Maria und dem Angeklagten stellte er gelöschte Dateien wieder her. Außerdem stellte er fest, dass die Anrufliste der verwendeten Fritzbox komplett leer war. Maria Baumers Verlobter hatte jedoch zuvor erzählt, Maria hätte von Nürnberg aus angerufen und von einer Fahrt nach Hamburg gesprochen.

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