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Maria-Baumer-Prozess: Amnesie Baumers gibt Rätsel auf | BR24

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Bildrechte: dpa/Armin Weigel

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, Maria Baumer mit Medikamenten getötet zu haben.

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Maria-Baumer-Prozess: Amnesie Baumers gibt Rätsel auf

Vierter Verhandlungstag im Mordprozess um den Tod von Maria Baumer: Der Mittwoch sollte Klarheit darüber bringen, woran die 26-Jährige 2012 gestorben ist. Stattdessen gab eine Amnesie der jungen Frau vor ihrem Tod weiter Rätsel auf.

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Von
  • Julia Ruhs

Im Regensburger Landgericht waren am vierten Verhandlungstag im Mordprozess um den Tod von Maria Baumer ihre Ärzte und mehrere Sachverständige für Toxikologie und Chemie gefragt: Denn es ging hauptsächlich um die Medikamente, an denen Maria Baumer laut Anklage gestorben sein soll.

Neue Technik offenbart Rückstände von Medikamenten

Nachgewiesen haben Experten das Beruhigungsmittel Lorazepam und das Schmerzmittel Tramadol, die zusammen eine tödliche Wirkung haben können. Im vergangenen Jahr wurden diese Mittel überraschend an der Unterwäsche und den Haaren Baumers nachgewiesen – mit Hilfe neuer Untersuchungsmethoden. Bereits nach dem Fund ihrer Leiche im Jahr 2013 hatte es Untersuchungen gegeben, damals wurden aber keine Medikamentenrückstände gefunden.

Den Verfassern des neuen Gutachtens zufolge wurden diese Medikamente aber nun "eindeutig identifiziert", weil gleich mehrere Kriterien für ein positives Ergebnis sprechen. Dies widerspreche auch nicht dem früheren negativen Ergebnis, da sich die Untersuchungsmethoden stets rasant weiterentwickeln.

Ärzte haben Medikamente nicht verschrieben

Am Nachmittag versicherten die vier geladenen Ärzte, bei denen Maria Baumer in Behandlung war, dass keiner der jungen Frau Lorazepam oder Tramadol verschrieben hatte. Zwar litt Maria Baumer an der Krankheit Endometriose, die starke Regelschmerzen verursacht, ihr wurden aber nur Ibuprofen in hohen Dosen und andere Schmerzmittel verschrieben.

Amnesie Baumers bleibt rätselhaft

Zur Sprache kam außerdem die Amnesie Maria Baumers im Mai 2012. Drei Stunden lang hatte sie damals offenbar einen Filmriss gehabt, konnte sich im Anschluss an nichts erinnern und besuchte deshalb einen Arzt, der heute ebenfalls geladen war. Der Grund für diesen Aussetzer kann sich der Mediziner jedoch auch heute nicht erklären, da Maria Baumer keine Medikamente eingenommen habe, die das verursachen würden.

Medikamente schon vor Baumers Tod verabreicht?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, Maria Baumer mit den beiden Medikamenten getötet zu haben. Als mögliche Erklärung für den Filmriss wird angeführt, dass ihr womöglich bereits im Mai wenige Tage vor ihrem Tod Medikamente verabreicht worden waren.

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