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Maria 2.0 schlägt Thesen an Würzburger Kirchentüren an | BR24

© BR Mainfranken/Thomas Gebhardt

Die Frauenbewegung Maria 2.0 hat sieben Thesen an Kirchentüren in ganz Deutschland angeschlagen. Auch in Würzburg waren Anhängerinnen unterwegs, um ihre Thesen anzubringen. Was sie damit fordern, sind Veränderungen in der katholischen Kirche.

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Maria 2.0 schlägt Thesen an Würzburger Kirchentüren an

Die Frauenbewegung Maria 2.0 hat sieben Thesen an Kirchentüren in ganz Deutschland angeschlagen. Auch in Würzburg waren Anhängerinnen unterwegs, um ihre Thesen anzubringen. Sie fordern Veränderungen in der katholischen Kirche.

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Von
  • Alisa Wienand

Mit Klebeband befestigt Edeltraud Hann zusammen mit ein paar anderen Frauen ein Plakat an der Eingangstür des Würzburger Doms. Auf dem Plakat sind sieben Punkte aufgelistet. Die Überschrift lautet: "Thesen Maria 2.0". An Kirchentüren in ganz Deutschland haben Anhängerinnen der katholischen Frauenbewegung Maria 2.0 diese Thesen angebracht. Es ist ein bundesweiter Aktionstag, an dem die Bewegung ihre Forderung nach Reformen in der katholischen Kirche sichtbar machen will.

Maria 2.0 will die Kirche mit Thesen in Bewegung setzen

Was die Anhängerinnen erreichen wollen, ist vor allem die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Sie fordern, dass Frauen zu Priesterinnen geweiht werden können. Sie fordern, dass Missbrauchsfälle offengelegt werden, und sie fordern, dass der Zölibat nicht mehr verpflichtend ist. "Nach 500 Jahren ist es Zeit für neue Thesen", sagt Edeltraud Hann. Damit bezieht sie sich auf Martin Luther, der seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Legende nach an die Schlosskirche zu Wittenberg nagelte. Hann hofft, dass auch die Thesen von Maria 2.0 die Kirche in Bewegung setzen.

© BR/Alisa Wienand

Die Bewegung Maria 2.0 schlägt Thesen an Würzburger Kirchentüren an

© BR/Alisa Wienand

Die Bewegung Maria 2.0 schlägt Thesen an Würzburger Kirchentüren an

Würzburger Aktionsgruppe von Maria 2.0

Für Reformen in der katholischen Kirche kämpft die Bewegung seit knapp zwei Jahren. Der sogenannte Kirchenstreik im Mai 2019 war der Anfang von Maria 2.0. Seit einem Jahr gibt es auch eine Gruppe der Bewegung in der Diözese Würzburg. Als Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes hat Edeltraud Hann sie initiiert. Das Ziel der 64-Jährigen ist, dass nicht noch mehr junge Frauen der Kirche den Rücken kehren.

Edeltraud Hann: "Weggehen ist keine Option"

Als die Missbrauchsfälle bekannt geworden waren, hatte auch sie selbst schon darüber nachgedacht, sich ganz von der katholischen Kirche abzuwenden. Doch das kommt für Hann mittlerweile nicht mehr in Frage. Zu wichtig ist ihr die Gemeinschaft, die durch die Kirche entsteht. "Weggehen ist für mich keine Option. Man kann nur versuchen, von innen heraus etwas zu ändern. Solange ich lebe, versuche ich das für die nachfolgenden Generationen", sagt Hann.

Thesenanschlag richtet sich an Deutsche Bischofskonferenz

Den Zeitpunkt für ihre Aktion hat die Bewegung Maria 2.0 bewusst gewählt: Ab Dienstag kommen die deutschen Bischöfe in einer virtuellen Vollversammlung zusammen. Die Hoffnung der Aktivistinnen ist es, dass sich die Deutsche Bischofskonferenz mit den geforderten Reformen auseinandersetzt und Willen zur Veränderung zeigt.

Maria 2.0 will kämpfen, bis sich etwas ändert

So schnell will die Bewegung Maria 2.0 nicht lockerlassen. "Wir machen das solange, bis was passiert", sagt Hann, als sie ein weiteres Plakat mit den sieben Thesen an der Eingangstür der Marienkapelle auf dem Würzburger Marktplatz befestigt. Sie hofft, dass die Thesen zumindest zum Teil im "Synodalen Weg" berücksichtigt werden. "Und wenn es dann mal so ist, wie es hier steht, wie Kirche sein sollte, dann haben wir unser Ziel erreicht."

Plakat am Dom-Eingang schnell wieder entfernt

Zumindest am Eingangsportal des Würzburger Doms hing das Blatt mit den Thesen von Maria 2.0 übrigens nicht lange. Wie die Main-Post berichtet, hat es ein Dom-Mitarbeiter, kurz nachdem es angebracht wurde, entfernt.

© BR

Die Reformbewegung Maria 2.0 der katholischen Kirche hat deutschlandweit Aktionen durchgeführt und Thesen an Kirchentüren aufgehängt unter anderem in München, Würzburg und Augsburg. Die Bewegung setzt sich für Gleichberechtigung in der Kirche ein.

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