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Maria 2.0: Katholische Frauen im Kirchenstreik | BR24

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Die Frauen in der katholischen Kirche in Deutschland sammeln sich gerade - um für mehr Rechte zu kämpfen! Jetzt haben sie zu einer Woche Kirchenstreik aufgerufen - und treffen sich zu Aktionen.

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Maria 2.0: Katholische Frauen im Kirchenstreik

Protest gegen die männerdominierte Kirche: Die Bewegung "Maria 2.0" fordert von den Bischöfen mehr Verantwortung und Ämter für Frauen. In zahlreichen Gemeinden gibt es Protestaktionen, unter anderem im fränkischen Heroldsbach.

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Frauen an Hunderten von Orten beteiligen sich an der Initiative "Maria 2.0" und bestehen gerade nach dem Missbrauchsskandal auf einer Erneuerung der Kirche. Ganz laut ist der Ruf nach der Priesterweihe für Frauen. "Der Frust und die Sehnsucht nach Neubeginn in der Kirche ist groß", sagt Mitinitiatorin Lisa Kötter aus Münster mit Blick auf die Resonanz.

Die Protestaktion hat gestern begonnen und soll eine Woche dauern. In dieser Zeit wollen die Frauen keine Kirchen betreten und ihre Ehrenämter ruhen lassen.

"Was wäre ich als Pfarrer ohne die Frauen?"

So auch im oberfränkischen Heroldsbach. Statt in der Kirche findet der Gottesdienst deshalb im Pfarrsaal statt. Pfarrer Klaus Weigand unterstützt den Protest der Frauen. "In der Kirche übernehmen viele Frauen ganz, ganz viele Dienste", erklärt der Geistliche.

"Was wäre ich als Pfarrer ohne die Frauen? Ich könnte meine Pfarrei zusperren." Pfarrer Klaus Weigand

Am Vormittag um kurz vor 11 Uhr füllt sich der Saal mit immer mehr Menschen. Manche haben kurzerhand auf Tischen am Rande Platz genommen. Pfarrer Weigand freut sich über den großen Zulauf.

Auch Männer kommen zu den Protesten

Sonst kommen etwa 100 Menschen in den Gottesdienst. Diesmal sind es mehr - auch einige Männer sind darunter.

Elena Betz, mit 24 Jahren die jüngste im Pfarrgemeinderat, hatte von der Protestaktion Maria 2.0 auf Facebook erfahren. Ihr ist wichtig, das Thema Missbrauch anzusprechen. "Der Machtmissbrauch, der sexuelle Missbrauch und dass Frauen endlich zu den Weiheämtern zugelassen werden, das war mir wichtig, - weil es einfach viele Frauen gibt, die Potenzial haben und es ist schade, wenn man das halt nicht zulässt."

Proteste nicht nur in Deutschland

In Münster, wo die Bewegung ihren Ursprung hat, kamen etwa 500 Menschen zu einer Mahnwache. Anhänger hat sie inzwischen in ganz Deutschland gefunden. Und sogar darüber hinaus: Rückmeldungen kamen auch aus Österreich, selbst in den USA sei ihre Idee auf fruchtbaren Boden gefallen, berichten die Initiatorinnen.

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Unter dem Namen Maria 2.0 streiken in ganz Deutschland katholische Frauen. Eine Woche lang wollen sie aus Protest keine Kirche mehr betreten. Auch Frauen und Männer der katholischen Gemeinde im oberfränkischen Heroldsbach haben heute gestreikt.