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"Maria 2.0": Bistum Würzburg bedauert Vorfall in Kirchengemeinde | BR24

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Maria 2.0: Eklat in Kirche von Forst

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"Maria 2.0": Bistum Würzburg bedauert Vorfall in Kirchengemeinde

Nach dem Eklat um eine "Maria 2.0"-Aktion am Mittwochabend in einer katholischen Kirche in Forst im Landkreis Schweinfurt erfahren die Frauen im Internet viel Rückhalt. Auch das Bistum Würzburg bedauert den Vorfall.

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Nachdem ein Pfarrer in Forst bei Schonungen eine Gruppe Frauen von der Aktion "Maria 2.0" aufgefordert hatte, die Kirche zu verlassen, hat sich nun das Bistum Würzburg dazu geäußert – und die Vorgänge bedauert. Der Pfarrer habe offenbar "in seiner emotionalen Erregung unglücklich reagiert", zitiert das Bistum Generalvikar Thomas Keßler.

Bistum Würzburg: "Gesprächsfaden darf nicht abreißen"

Die Frauen setzen sich in der unterfränkischen Gemeinde für mehr Mitsprache in der Kirche ein. Nach dem Eklat fiel der Gottesdienst aus, der Organist verweigerte den Dienst, heißt es.

Generalvikar Thomas Keßler lässt sich weiter zitieren, der priesterliche Dienst sei ein Einheitsdienst an der Gemeinde: "In Forst wie in ganz Deutschland ist es im Zusammenhang von 'Maria 2.0' wichtig, dass beide Seiten einander zuhören. Der Gesprächsfaden darf nicht abreißen." Von Seiten der Diözese sei er bereit, mitzuhelfen, dass in Forst das Gespräch in der Gemeinde untereinander und mit dem Pfarrer wieder gelingen kann.

Hochschulpfarrer solidarisiert sich mit "Maria 2.0"

Auch von vielen Internetnutzern erhalten die Frauen Zuspruch. Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose äußerte auf Facebook und Twitter seine Solidarität. Er schrieb: "Respekt für die Frauen in Forst! Nicht entmutigen lassen! Veränderung geschieht nicht durch Bravsein. Auf ihre Rechte aufmerksam zu machen verdient Unterstützung, nicht Rausschmiss!"

Bei BR24 gab es neben viel Kritik auch Verständnis für den Geistlichen. Ein Nutzer ist der Meinung, die heilige Messe dürfe nicht zum Zweck von Reformdemonstrationen missbraucht werden. Ein anderer hält dagegen: "Hinauswurf statt Dialog, was für ein Armutszeugnis." Vermitteln möchte Nutzer Cosi. Er schreibt: Anstatt zu fordern, sollte man doch mal miteinander reden.

Frauen und Pfarrer schon länger mit Differenzen

Der Konflikt, der am Mittwochabend im Vorabendgottesdienst aufkam, schwelt offenbar schon mehrere Wochen. Ende Mai hatten Teilnehmerinnen der Frauenbewegung "Maria 2.0" bei einer Andacht einer Marienstatue einen weißen Schal umgelegt.

Als eine der Frauen die Aktion am Mittwoch noch einmal begründen und einordnen wollte, so schildert sie es BR24, da wollte der Pfarrer offenbar die weiß gekleideten Frauen aus dem Gottesdienst ausschließen. Außerdem soll er der Rednerin ein Redemanuskript aus der Hand gerissen und weggeworfen haben. Die Sprecherin habe ihr Manuskript zurückgeholt und die vorbereitete Rede zu Ende vorgetragen. Der Pfarrer hat sich noch nicht zu dem Vorfall geäußert.

© BR/Carol Lupu

Ein Pfarrer aus dem Landkreis Schweinfurt hat Frauen der Bewegung "Maria 2.0" aufgefordert, die Kirche zu verlassen