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Maria 2.0 - Bayerns Katholikinnen fordern Gleichberechtigung | BR24

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Und der Feiertag heute ist auch ein besonderer Tag für viele Frauen in der katholischen Kirche: Sie nennen sich "Maria 2.0" - eine Bewegung aus Münster - und fordern mehr Rechte und wichtigere Rollen in der Kirche.

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Maria 2.0 - Bayerns Katholikinnen fordern Gleichberechtigung

Maria ist nicht nur Namensgeberin für den Feiertag Mariä Himmelfahrt, sondern auch für die Frauenprotestbewegung Maria 2.0. In Bayern hat sie viele Unterstützerinnen, wie den Katholischen Deutschen Frauenbund und die Ordensfrauen für Menschenwürde.

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Mariä Himmelfahrt, der auch Frauentag genannt wird, ist am 15. August und ist das höchste Marienfest in der katholischen Kirche. Maria ist nicht nur für diesen Feiertag Namensgeberin, sondern auch für die innerkirchliche Frauenprotestbewegung Maria 2.0 aus Münster.

Traditionen pflegen alleine ist nicht genug

Auch in Bayern wollen sich viele Frauen mit ihrer angestammten Rolle innerhalb der katholischen Kirche nicht mehr zufrieden geben. "Die Kirche muss moderner werden. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Auch mit den Priestern: Sollen es doch auch Frauen machen dürfen", sagt Elfriede Schießleder vom Landeskomitee der Katholiken in Bayern.

Sie wohnt in Wurmannsquick und hilft, Kräuterbuschen zu binden. Traditionen zu pflegen und durch ehrenamtliches Engagement die Pfarreien am Laufen zu halten sei gut und schön, aber bei weitem nicht genug. Das wiederholt die ehemalige Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds mantramäßig bereits seit Jahrzehnten. Nichts hat sich bisher getan. 63 Jahre alt ist Elfriede Schießleder mittlerweile und sie gibt trotzdem nicht auf: "Da muss sich was bewegen, wir wollen nicht immer gegen den Stachel kämpfen, aber die wissen, dass diese Bewegung nicht mehr zu stoppen ist", sagt sie.

Mitwirkung an Gemeindeleitung ist Frauen untersagt

Die Bewegung Maria 2.0 wird in Bayern vor allem von der Initiative "Ordensfrauen für Menschenwürde" getragen. Schwester Carolina von den Missionarinnen Christi in München ist eine streitbare Nonne und sichtlich verärgert. Besonders enttäuscht war sie von einigen deutschen Bischöfen und über das jüngste Schreiben aus dem Vatikan, das die Mitwirkung von Laien und damit von Frauen an der Gemeindeleitung untersagt.

Denn im Erzbistum München und Freising waren bereits Pilotprojekte angelaufen, bei denen Ehrenamtliche die Gemeindeleitung übernommen hatten, darunter auch Frauen: "Es ist enttäuschend, es gibt Frauen die viele Stunden in der Gemeinde ehrenamtlich arbeiten. Das ist für sie wie ein Schlag ins Gesicht", erklärt Schwester Carolina. "Wenn es diese Leute irgendwann nicht mehr gibt, sind nur noch ein paar Kleriker übrig."

Sprachrohr für bayerische Frauenproteste

Ursprünglich hatten sich die Ordensfrauen für Menschenwürde zusammengetan, um für eine bessere Welt, für die Schöpfung zu kämpfen. Dafür bleibt gerade wenig Zeit. Jetzt sind sie zum Sprachrohr der bayerischen innerkirchlichen Frauenproteste geworden. "Es gibt so viele engagierte Frauen. Es ist an der Zeit, dass sie ihre Kirche mitgestalten, dass sie zum Zuge kommen", sagt Schwester Carolina, die selbst gerne Landpfarrerin geworden wäre.

Allen Frauen ist eines gemeinsam: Sie wollen nicht austreten, aufgeben und ihre Kirche den Männern überlassen. Sie wollen für Veränderungen von innen heraus kämpfen. Die Kräuterbuschen werden sie in Wurmannsquick auch nächstes Jahr wieder binden. Aber Elfriede Schießleder vom Landeskomitee der Katholiken in Bayern, sagt auch: "Wenn ihr nicht mitgeht bei der Veränderung, dann machen wir noch mehr Druck."

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