Angeklagte sitzen im Landgericht Coburg neben ihren Verteidigern.
Bildrechte: BR/Andi Ebert

Vor dem Landgericht Coburg müssen sich zwei Angeklagte für einen tätlichen Angriff auf einen Mann verantworten.

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Mann nach Angriff ins Koma versetzt: Angeklagte schweigen

September 2022 in Coburg: Ein Ehepaar wird auf offener Straße von zwei Männern angegangen, der Ehemann wird zusammengeschlagen. Heute ist das Opfer schwerbehindert und zwei Tatverdächtige stehen vor Gericht. Dort redet nur der Verteidiger.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Im Prozess vor dem Landgericht Coburg um einen brutalen Angriff auf einen Mann in der Coburger Innenstadt, haben die beiden Angeklagte am Mittwoch zur Tat geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft wirft den heute 20 und 22 Jahre alten Männern schwere Körperverletzung vor. Sie sollen im September vergangenen Jahres einen damals 55-jährigen Mann auf dem Heimweg von einem Restaurantbesuch brutal zusammengeschlagen haben.

Zwei Männer greifen Passanten in Coburg an

Das Opfer sei seitdem schwerbehindert, leide unter Sprachstörungen und stehe unter Betreuung, so seine Ehefrau vor dem Landgericht Coburg. Die Eheleute waren demnach am Tattag auf dem Weg von einem Restaurant zur Bushaltestelle an der Hauptpost in Coburg. Kurz vor der Bushaltestelle seien zwei Männer auf sie zugelaufen und hätten ihren Mann angegriffen. Es sei dabei zum Wortgefecht gekommen, ein Angeklagter habe ihrem Mann brutal ins Gesicht geschlagen, der andere auf ihn eingetreten. Daraufhin sei ihr Mann mit dem Kopf auf einen Betonpfosten gestürzt und lag mehrere Tage im künstlichen Koma. Als die beiden mutmaßlichen Täter auf die Eheleute zukamen habe die Frau bereits ein "ungutes Gefühl" gehabt, wie sie dem Gericht schilderte: "Ich hatte Angst, habe um Hilfe geschrien."

Tatverdächtiger: Erinnerungslücken wegen starken Alkoholkonsums

Die beiden Angeklagten haben am Morgen keine Angaben zur Tat gemacht. Das Opfer hat vor Gericht angegeben, dass er zum Tattag keinerlei Erinnerungen habe. Sein Leben habe sich komplett verändert. Er schlafe sehr viel und sei nach wie vor krankgeschrieben. Der heute 20-jähirge Angeklagte ließ über seinen Verteidiger mitteilen, dass er sich auf Grund starken Alkoholkonsums im Vorfeld der Tat an nichts mehr erinnern könne. Der 22-Jährige führte aus, dass er seit seinem 13. Lebensjahr drogenabhängig sei. Zur Tat wollte er sich nicht äußern.

Staatsanwaltschaft: Verletzungen billigend in Kauf genommen

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass die beiden Angeklagten billigend in Kauf genommen haben, dass das Opfer schwere Verletzungen davontragen würde. Die Kammer hat für die kommenden Verhandlungstage mehrere Zeugen und Sachverständige geladen, auch Gutachten, beispielsweise zu den Verletzungen des Opfers, sollen Teil der Verhandlung werden. Zu klären hat das Gericht auch, ob bei dem jüngeren Angeklagten Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt. Sollten die Männer, wie angeklagt, wegen schwerer Körperverletzung verurteilt werden, droht ihnen eine mehrjährige Haftstrafte. Ein Urteil soll Mitte Juni gesprochen werden.

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