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Polizeibeamte am S-Bahnhof Heimstetten
© Bundespolizei München

Autoren

Frank Jordan
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Polizeibeamte am S-Bahnhof Heimstetten

Kurz vor halb fünf Uhr war der Einsatzzentrale laut Bundespolizei ein nur mit einer Unterhose bekleideter Mann gemeldet worden. Der 18-jährige Afghane soll einen Reisenden grundlos ins Gesicht geschlagen haben. Als die erste Streife eintraf, richteten sich die Aggressionen des 18-Jährigen nach Darstellung der Polizei gegen die drei Beamten.

Drei Polizisten verletzt

Demnach soll er im Gerangel einen 31-jährigen Kommissar so gegen die Brust getreten haben, dass dieser rücklings umfiel. Ein zweiter, 24-jähriger Beamter erlitt laut dem Bericht eine stark blutende Platzwunde am Kopf. Nach Angaben der behandelnden Ärzte erlitt er einen Bruch der Augenhöhle und muss womöglich operiert werden. Der dritte, 23-jährige Beamte klagte später im Krankenhaus über Knieschmerzen und ist ebenfalls bis auf Weiteres dienstunfähig.

Aggressor und dessen Begleiter standen unter Drogen

Erst mit Hilfe weiterer Einsatzkräfte und unter Verwendung eines Schlagstockes hätte der Aggressor überwältigt und fixiert werden können. Die hinzugerufenen Sanitäter hätten den offensichtlich unter Drogen stehenden beruhigen müssen, um ihn ins Krankenhaus zu transportieren, heißt es. Der 18-Jährige war in Begleitung eines zwei Jahre älteren Landsmannes, der vermutlich auch unter Drogeneinfluss stand. Er sei während des Einsatzes verbal aggressiv gegen die Beamten geworden und habe kurz davor gestanden, auf die Bundespolizisten loszugehen. Kollegen der Landespolizei hätten ihn, ebenfalls unter Einsatz eines Schlagstockes, überwältigt und am Boden fixiert.

Haupttäter kommt in die Psychiatrie

Nach ersten Ermittlungen sollen vor allem der jüngere, aber auch der 20-Jährige, schon vorher mit Fahrgästen gestritten und sie tätlich angegriffen haben. Ein 21-Jähriger wurde demnach leicht am Kopf verletzt. Außerdem hätten sie eine dreiköpfige Familie bedroht, die deshalb mit ihrer zehnjährigen Tochter ins Auto geflüchtet ist. Daraufhin hätten die beiden den Wagen mit Fäusten traktiert und mit dem Fuß eine Delle ins Blech getreten. Der 18-jährige mutmaßliche Haupttäter soll jetzt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Der 20-Jährige behauptete in seiner Befragung, dass die beiden von einem Unbekannten Tabletten bekommen und diese geschluckt hätten.

Zeugen gesucht

Gegen die zwei wird jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung und tätlichem Angriff auf Polizeibeamte ermittelt. Die Bundespolizei sucht Zeugen. Zu der Tatzeit hielten sich etwa 40 Personen in unmittelbarer Nähe auf, die die Vorkommnisse beobachtet haben.