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Mangelndes Training: Rettungsschwimmer schlagen Alarm | BR24

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Rettungsübung (Symbolbild)

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    Mangelndes Training: Rettungsschwimmer schlagen Alarm

    Die Rettungsschwimmer der DLRG rechnen mit einer arbeitsreichen Sommersaison. Unter anderem, weil Kinder pandemiebedingt keinen Schwimmunterricht mehr bekommen. Zudem können sich die Retter wegen Corona kaum auf ihre Einsätze vorbereiten.

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    Von
    • Boris Berg

    An der Wasserrettungsstation St. Heinrich am südlichen Ende des Starnberger Sees testen sie ihre Gerätschaften, checken die Erste-Hilfe-Rucksäcke und lassen ihre Boote zu Wasser. Doch den ehrenamtlichen Rettern fehlt das Training. Normalerweise trainieren sie einmal in der Woche - aber nicht nur um fit zu bleiben. Es geht vor allem darum, dass die Abläufe beim Retten in Fleisch und Blut übergehen.

    Corona nimmt Rettungsschwimmern ihre Routine

    Diese Routine fehlt den Rettungsschwimmern jetzt, weil die Schwimmbäder mit kurzen Unterbrechungen im Herbst nun schon seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr geschlossen sind. Der Präsident der DLRG Bayern, Ingo Flechsenhar, sorgt sich um den Erhalt der Rettungsfähigkeit. Alle zwei Jahre müssen die Retter die strenge Prüfung für das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen bestehen. Auch dafür ist das Training wichtig.

    Besserung ist vorerst jedoch nicht in Sicht, fürchtet Flechsenhar: "Die Bäder werden frühestens im Spätsommer aufmachen, wenn überhaupt. Und da ist es natürlich ein Riesenproblem für die DLRG, die Rettungsfähigkeit zu erhalten."

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    Besorgt um die Einsatzfähigkeit: Ingo Flechsenhar, der Präsident der DLRG Bayern

    Kinder lernen wegen Pandemie nicht mehr schwimmen

    Doch die geschlossenen Hallenbäder haben auch Folgen für die Schwimmausbildung. Mit den Anfängerkursen für Kinder im Vorschulalter leistet die DLRG einen wesentlichen Beitrag für die Schwimmausbildung. In den Schulen steht Schwimmen in der dritten und vierten Klasse auf dem Lehrplan, doch dabei wird schon vorausgesetzt, dass die Kleinen wenigstens eine Bahn bewältigen können.

    Doch Schwimmkurse und Schwimmunterricht sind größtenteils ausgefallen. Eben, weil die Schwimmbäder Corona-bedingt geschlossen waren. "Das betrifft rund 100.000 Kinder, die im letzten Jahr in Bayern nicht schwimmen lernen konnten und wenn die Pandemie sich weiter so dahinschleppt, sind es vielleicht insgesamt 200.000", meint Flechsenhar.

    200.000 Kinder, die nicht schwimmen lernen können, obwohl Schwimmfähigkeit als die beste Vorsorge gegen Badeunfälle gilt. Deswegen hofft die DLRG auf die Unterstützung durch die Betreiber der Schwimmbäder. Denn wenn die wieder öffnen dürfen, braucht die DLRG dringend mehr Bahnen und längere Schwimmzeiten, um den Rückstand bei Anfängerkursen und dem Training für Rettungsschwimmer wettzumachen.

    Der Sommer wird stressig

    Vorerst helfe nur, das Beste aus der Situation zu machen, meint Robert Klingel, der Vorsitzende des DLRG Ortsverbands Schäftlarn-Wolfratshausen. Den ganzen Winter über hätten sich die Rettungsschwimmer individuell fit gehalten, sobald es die Wassertemperaturen zulassen, werden sie im See trainieren.

    Denn auch in diesem Sommer rechnet Klingel angesichts der Reisebeschränkungen mit vielen Badegästen. "Das hatten wir im letzten Jahr auch schon gesehen: massiven Zulauf. Meistens vernünftige Leute, wir hatten nicht wesentlich mehr Unfälle am Starnberger See, als im Jahr davor." Aber für den Fall der Fälle ist die Rettungsstation St. Heinrich an den warmen Wochenenden tagsüber immer besetzt. Die gute Nachricht: Die Boote und die Gerätschaften haben den langen Winter gut überstanden.

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