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Piloten für Rettungshubschrauber fehlen | BR24

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Es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, das Fliegen von Rettungshubschraubern. Bewerber müssen zahlreiche Voraussetzungen mitbringen, die man bisher in der Bundeswehr lernen konnte, doch die spart.

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Piloten für Rettungshubschrauber fehlen

Es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, das Fliegen von Rettungshubschraubern. Bewerber müssen zahlreiche Voraussetzungen mitbringen, die man bisher in der Bundeswehr lernen konnte - doch die spart.

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Die Bundeswehr hat viel gespart in den letzten beiden Jahrzehnten. Das hat viel Spott nach sich gezogen: Panzer, die nicht fahren, Jets, die nicht fliegen können.

Weniger Piloten bei der Bundeswehr = weniger Piloten für Rettungshubschrauber

Und: Natürlich gibt es viel weniger Soldaten, die eine Ausbildung bei der Bundeswehr durchlaufen. Und so wird es auch für die Rettungsgesellschaften immer schwieriger Piloten für die Hubschrauber zu finden.

In den letzten Jahrzehnten konnten sich die Rettungsfluggesellschaften in einem Punkt zurücklehnen: Es war kein Problem Nachwuchspiloten zu finden. Denn in der Regel sind die von der Bundeswehr gekommen. Die hat Hubschrauberpiloten ausgebildet, alles Zeitsoldaten, die zwölf Jahre Flugerfahrung gesammelt hatten. Und zwar in allen Schwierigkeitsgraden: Flüge bei schlechtem Wetter, Landungen auf kleinstem Raum, Nachteinsätze.

Aber der Abbau bei der Bundeswehr hat die Lage geändert. Die Armee bildet längst nicht mehr so viele Piloten aus. Und: Sie haben auch deutlich weniger Flugstunden auf dem Zettel, wenn sie die Bundeswehr verlassen.

Oft müssen Piloten erst weiter geschult werden

Konnten die Piloten bisher nach dem Militärdienst direkt auf einen Rettungshubschrauber wechseln, geht das heute oft nicht mehr. Sie brauchen erstmal Schulungen. Und die kosten die privaten Gesellschaften wie die DRF- oder die ADAC-Luftrettung viel Zeit und Geld. Die DRF Luftrettung beispielsweise rechnet damit, dass sie zukünftig 70 Prozent ihrer neuen Piloten erstmal aufwändig schulen muss, bevor sie Rettungshubschrauber fliegen können.

Grundvoraussetzung ist der Pilotenschein

Zunächst braucht ein Kandidat als Grundvoraussetzung zwingend den Berufspilotenschein. Den muss ein Bewerber schon mitbringen. Und dann muss er 1500 Stunden Flugerfahrung nachweisen, auch in schwierigen Einsatzlagen. Flugmanöver auf engem Raum, Einsätze mit der Rettungswinde oder Flüge mit wenig Sicht. Es gibt viele Hubschrauberpiloten, die für zivile Unternehmen Personen oder Güter transportieren. Aber die haben eben oft nicht ausreichend fliegerisches Können für Rettungseinsätze.