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Malachitgrün-Skandal: Betroffene fordern Entschädigung | BR24

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Im Landkreis Freising gibt es seit Monaten Ärger um Fische, die mit dem verbotenen Medikament Malachitgrün belastet sind. Zwei betroffene Betriebe verlangen in einer Petition mehr Unterstützung - im Landtag erhalten sie dafür viel Verständnis.

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Malachitgrün-Skandal: Betroffene fordern Entschädigung

Im Landkreis Freising gibt es seit Monaten Ärger um Fische, die mit dem verbotenen Medikament Malachitgrün belastet sind. Zwei betroffene Betriebe verlangen in einer Petition mehr Unterstützung - im Landtag erhalten sie dafür viel Verständnis.

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Seit diesem Frühjahr ist klar: Bereits seit Herbst 2018 waren im Landkreis Freising Fische aus Moosach und Isar mit Malachitgrün belastet. Verursacher war ein Fischzüchter, gegen den die Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage erhoben hat. Weil Malachitgrün als krebserregend und anderweitig gesundheitsgefährdend gilt, ist das Medikament in der Europäischen Union im Bereich der Lebensmittelproduktion verboten.

Unter dem Skandal leiden in der Region auch benachbarte Fischzüchter, denn das Malachitgrün wurde ebenfalls in ihre Teiche gespült - und in ihren Fischen nachgewiesen. Zwei betroffene Fischzuchtbetriebe haben heute daher im Umweltausschuss des Landtags eine Petition eingereicht. Die Betriebe beklagen, dass ihnen durch die Einschränkungen in Zucht und Verkauf bereits erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstanden sei. Einer der Besitzer spricht von einer Summe zwischen 300.000 und 500.000 Euro.

Betroffene mussten teils für Wasserproben zahlen

Der Groll der Betroffenen richtet sich auch gegen die zuständigen Behörden. Denn nachdem Kunden der beiden Betriebe oder Angler lange Zeit nicht informiert wurden, hat das Landratsamt Freising erst in dieser Woche eine Sanierung angekündigt. Für diese sollten allerdings die Betroffenen selbst ein Konzept vorlegen. Auch die Kosten für die Wasserproben mussten sie teilweise selbst übernehmen.

Das wiederum kritisierte der Freisinger Landtagsabgeordnete Benno Zierer (Freie Wähler). Ihm zufolge ist es nun Aufgabe der Behörden, die betroffenen Betriebe "vorm Sterben zu retten" - weil es um die Existenzen von Leuten gehe, die überhaupt nichts für die Situation können. Zierer sprach von "Behördenversagen" und bemängelte fehlende Abstimmung, langsames Handeln und schlechte Kommunikation.

Von Brunn: "Da wurden massivste Fehler gemacht"

Ähnlich argumentiert der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn. Er sagte: "Es ist schon ein Skandal, dass die Sache vor fast einem Jahr ans Tageslicht kam, aber seither den Betrieben nicht geholfen wurde. Da wurden massivste Fehler gemacht."

Im Landtag gibt es also viel Unterstützung für die Betroffenen. Alle Mitglieder im Umweltausschuss stimmten für die Petition. Wie es jetzt weitergeht? Dazu sagt SPD-Parlamentarier von Brunn: "Da ist nun die Kreativität des Umweltministeriums gefragt."