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Trotz großer branchenspezifischer Unterschiede hat sich die konjunkturelle Lage in Mainfranken zuletzt gebessert. Gespannt blickt die IHK Würzburg-Schweinfurt allerdings nicht nur auf den Impffortschritt.

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Mainfränkische Wirtschaft erholt sich langsam

Trotz großer branchenspezifischer Unterschiede hat sich die konjunkturelle Lage in Mainfranken zuletzt gebessert. Gespannt blickt die IHK Würzburg-Schweinfurt allerdings nicht nur auf den Impffortschritt.

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Von
  • Pirmin Breninek

Die mainfränkische Wirtschaft ist auf dem Weg der Besserung, allerdings sind die Einflüsse der Corona-Pandemie in einigen Branchen weiterhin deutlich spürbar. So lässt sich die Konjunkturanalyse der IHK Würzburg-Schweinfurt im Frühjahr 2021 zusammenfassen. Verglichen mit dem Jahresbeginn berichten insbesondere Industrie, Bauwirtschaft, Großhandel und einige Teile des Dienstleistungsgewerbes von inzwischen deutlich besseren Geschäften. Einzelhandel, Kulturbranche und Tourismus leiden nach Angaben der IHK jedoch weiterhin stark unter den Corona-Beschränkungen.

Liquiditätsengpässe im Tourismus und Einzelhandel

Die Corona-Krise macht sich demnach im Handel und im Tourismus auch verstärkt bei der Finanzlage vieler Unternehmen bemerkbar. Vor allem im Tourismus wirkt die Lage alarmierend: 70 Prozent der Betriebe verzeichnen laut IHK Liquiditätsengpässe, im Einzelhandel sind es immerhin 40 Prozent der Unternehmen. "Gastronomie, Tourismus, Veranstaltung, Handel im Bereich der Konsumgüter – die tun sich schwer", sagt IHK-Präsident Klaus Mapara.

Mainfränkische Unternehmer wollen verstärkt investieren

Für die kommenden Monate prognostiziert die IHK insgesamt allerdings eine weitere Erholung der mainfränkischen Wirtschaft. Mehr als jeder vierte Unternehmer erwartet bessere Geschäfte als noch im Winter. Zugleich ist die Zahl der Unternehmer, die schlechtere Zahlen erwarten, im Vergleich zur Vorbefragung von 32 auf 17 Prozent gesunken. Demnach ist inzwischen auch die Investitionsbereitschaft wieder gestiegen. 29 Prozent der Befragten wollen für ihre Betriebe wieder mehr Geld in die Hand nehmen, nur 15 Prozent wollen Investitionen herunterfahren. Zu Jahresbeginn lagen beide Werte etwa gleichauf. "Langsam kehrt die Zuversicht nach Mainfranken zurück", bilanziert die IHK.

Materialknappheit bereitet Bauwirtschaft und Industrie Sorgen

Neben dem Impffortschritt blickt die IHK in ihrer aktuellen Analyse allerdings auch gespannt auf Rohstoffpreise und die Materialknappheit auf dem Weltmarkt. Die Industrie ist aktuell treibende Kraft der mainfränkischen Wirtschaft, könnte jedoch ausgebremst werden, ähnlich wie die Baubranche, fürchtet die IHK. Die Kammer-Mitglieder würden derzeit vermehrt berichten, dass etwa Kunststoffe, Metalle oder Holz kaum oder nur mit deutlichen Preisaufschlägen zu beschaffen sind. "Das ist erschreckend zu hören, dass Firmen wirklich Material nicht bekommen", sagt Klaus Mapara, der stockende Lieferketten befürchtet.

An der aktuellen Konjunkturanalyse der IHK Würzburg-Schweinfurt haben 259 von 753 angefragten Unternehmen teilgenommen. Die Befragung fand zwischen Mitte und Ende April statt.

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