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Main-Donau-Kanal friert zu: Eisbrecher sind im Einsatz | BR24

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Temperaturen im zweistelligen Minusbereich haben dazu geführt, dass der Main-Donau-Kanal mit einer Eisschicht überzogen ist. Deshalb wurden drei Eisbrecher nach Nürnberg verlegt. Sie sollen den Kanal für die Schifffahrt freihalten.

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Main-Donau-Kanal friert zu: Eisbrecher sind im Einsatz

Temperaturen im zweistelligen Minusbereich haben dazu geführt, dass der Main-Donau-Kanal mit einer Eisschicht überzogen ist. Deshalb wurden drei Eisbrecher nach Nürnberg verlegt. Sie sollen den Kanal für die Schifffahrt freihalten.

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Von
  • Julia Demel

Nach den frostigen Temperaturen vom Wochenende hat sich eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht auf dem Main-Donau-Kanal gebildet. Besonders betroffen von dem Eis sind derzeit die Schleusen zwischen Erlangen und Hilpoltstein. Deshalb kommen jetzt erstmals in diesem Winter Eisbrecher zum Einsatz.

Erste Einschränkungen im Schiffsverkehr

Sie sollen das Eis vor allem in den Hafenbecken und rund um die Schleusen brechen. Denn durch den Schleusungsvorgang entsteht vor allem im Oberwasser vor den Toren eine Strömung, so dass sich hier die Eisplatten sammeln. Ohne die Eisbrecher könnten die Binnenschiffe stecken bleiben. Außerdem schieben die Schiffe beim Schleusen Eis in die Schleusenkammern. Dieses müssen Mitarbeiter mit langen Stangen abstoßen. Da dies nur tagsüber möglich ist, ist der Kanal nun in diesem Abschnitt nachts für den Schiffsverkehr gesperrt.

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Eisbrecher auf dem gefrorenen Main-Donau-Kanal

Paradox: Eisbrecher produzieren mehr Eis

Der Eisbrecher sei kein besonders starkes Schiff mit einem verstärkten Bug, wie viele meinen, erklärt Peter Haderer vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt: "Vielmehr bricht er das Eis, indem er sich mit einer Unwucht aufschaukelt und sich auf das Eis draufsetzt." Dazu ist das Schiff mit zwei Gewichten ausgestattet, die mit einer Welle verbunden sind. Diese Unwucht kann der Kapitän bei Bedarf separat dazuschalten. Doch jedes Mal, wenn ein Schiff das Eis aufbricht, wird die Eisschicht hinterher noch dicker:

“Auch der Eisbrecher produziert mehr Eis, denn beim Aufbrechen entstehen Eisschollen. Die schieben sich übereinander, und das Eis klebt durch den Nachtfrost zusammen. So verdoppelt oder vervielfacht es sich, deswegen dürfen wir immer nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich den Eisaufbruch betreiben.“ Peter Haderer, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Main-Donau-Kanal

Zwar sollen die Temperaturen schon in den kommenden Tagen wieder steigen, doch bis sich das Wasser erwärmt, kann es dauern. Mindestens bis Ende Februar werden deshalb die Eisbrecher noch auf dem Kanal unterwegs sein.

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Dicke Eisschicht auf dem Main-Donau-Kanal

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