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Maikäfer-Engerlinge zerstören hektarweise Wiesen | BR24

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Besonders in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau kämpfen Landwirte derzeit mit Engerlingen, die Felder verwüsten

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Maikäfer-Engerlinge zerstören hektarweise Wiesen

Sie fressen Graswurzeln, Gemüse und Sträucher an - und vernichten somit hektarweise Wiesen in niederbayerischen Landkreisen: Maikäfer-Engerlinge. Besonders betroffen sind die Landkreise Passau, Freyung-Grafenau und Deggendorf.

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Die Landwirtschaft kämpft derzeit mit Maikäfer-Engerlingen, die Felder zerstören. Das teilt der Kreisverband Passau des Bayerischen Bauernverbands (BBV) mit. Das Jahr 2019 wird demnach als "Hauptschadjahr" bezeichnet. Wie Hans Koller, Kreisobmann im Kreisverband Passau, dem Bayerischen Rundfunk sagte, kommen die Maikäfer alle drei Jahre:

"Im letzten Jahr war ein Flugjahr, da legen sie die Eier ab. Jetzt schlüpfen sie und ernähren sich von den Wurzeln. Die machen hektarweise Felder kaputt." Hans Koller, Kreisobmann Passau

1.000 Hektar im nördlichen Landkreis Passau betroffen

Betroffen sind vor allem Gebiete wie Freyung-Grafenau und Teile des Landkreises Passau mit überwiegend Milchvieh-Landwirtschaft. Wie es heißt, sind in Freyung rund 1.000 Hektar und im nördlichen Landkreis Passau rund 600 Hektar Dauergrünlandflächen betroffen. Auch im Landkreis Deggendorf kämpft man gegen die Engerlinge.

"Mehrere Tausend Euro Schaden"

Der Engerling frisst die Grasnarbe von unten weg, die Landwirte müssen ihre Felder neu ansäen. Den Betrieben gehen so 50 Prozent der Futtererträge verloren. "Da sind für einen Betrieb schnell mehrere Tausend Euro Schaden vorhanden", so Koller.

© BBV

So sieht es im Landkreis Freyung-Grafenau und im nördlichen Teil Passaus zunehmend aus

Keine Bekämpfungsmöglichkeiten gegen Engerlinge

Das Problem: Es gibt keine wirksam zugelassene Bekämpfungsmöglichkeit. "Es gibt eine Pilzgerste, die in Österreich angewandt wird. Was ich von Betroffenen gehört habe, soll das wirksam sein. Bei uns in Deutschland ist es nicht zugelassen", wie Koller sagt.

"Wir können nichts machen, außer zuschauen. Wenn die Felder abgefressen sind, kann man die Wiesen wie einen Rollrasen abziehen." Hans Koller, Kreisobmann Passau

Engerlinge bevorzugen extensiv bewirtschaftete Flächen

Laut Koller begünstigt die Trockenheit die Ausbreitung des Engerlings. Auffällig für Koller ist, dass die Engerlinge sich auf extensiv bewirtschafteten Wiesen wohl fühlen - hier wird weniger gedüngt und weniger gemäht. "Das ist schlecht, das ist ein großer wirtschaftlicher Schaden."

© BR

Eine Engerling Larve