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Mahnmal für Juden-Deportation in Würzburg ist eröffnet | BR24

© BR/Josef Lindner

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CSU) bei der Eröffnung des "DenkOrts Deportation" am Bahnhof.

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Mahnmal für Juden-Deportation in Würzburg ist eröffnet

Taschen, Koffer und andere Gepäckstücke vor dem Würzburger Hauptbahnhof: Dieses Mahnmal soll in Zukunft an die Deportation der Juden aus Unterfranken erinnern. Am Mittwoch ist der "DenkOrt Deportation" eröffnet worden.

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Koffer und Decken aus Stein, Holz und Metall: Der "DenkOrt Deportation" vor dem Würzburger Hauptbahnhof erinnert an die Deportation jüdischer Bürger aus Unterfranken. Am 17. Juni 1943 startete um 14.19 Uhr der letzte größere Deportationszug in Würzburg. Am Gleis blieben Berge mit Gepäckstücken zurück. Das letzte Hab und Gut der Menschen, die mit dem Zug in Konzentrations- und Tötungslager gebracht worden waren.

Über 2.000 Juden in Unterfranken deportiert

2.069 Juden wurden in Unterfranken zwischen 1941 und 1944 deportiert. Nur wenige kehrten lebend zurück. 109 symbolische Gepäckstücke soll die Installation am Würzburger Hauptbahnhof einmal umfassen – eines für jeden Ort in Unterfranken mit einer jüdischen Gemeinde. Die ersten 47 symbolischen Gepäckstücke sind bereits installiert. 40 weitere Zusagen gibt es.

"DenkOrt Deportation" spannt Netzwerk über Unterfranken

Von jedem Gepäckstück gibt es eine Kopie. Diese stehen in den jeweiligen Gemeinden, aus denen Juden von den Nationalsozialisten deportiert wurden. Die Koffer, Decken, Rucksäcke aus Stein, Holz und Metall haben unterfränkische Handwerker und Künstler gestaltet. Das ganze Projekt wird rund 250.000 Euro kosten, finanziert durch Spenden, Zuschüsse und Sponsoren.

© Foto: Staatsarchiv

Auf dieses Foto von verlassenem Gepäck am Bahnhof Aumühle geht die Idee des "DenkOrt Deportation" zurück.

Mahnmal am Hauptbahnhof soll belebt sein

Ursprünglich sollte der "DenkOrt Deportationen" an anderer Stelle entstehen. Inzwischen sind alle Beteiligten froh über den Standort am Würzburger Hauptbahnhof. Zahlreiche Schüler und Pendler werden die Installation regelmäßig sehen. Infotafeln erzählen die Geschichte der Deportationszüge Unterfrankens. Jugendliche sollen sich zudem in Projekten mit Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung auseinandersetzen.

BR hat Eröffnung live übertragen

An der Eröffnung durften aufgrund der Corona-Pandemie nur 50 geladene Gäste teilnehmen. Das BR Studio Mainfranken des Bayerischen Rundfunks hat die Eröffnung per Video-Live-Stream übertragen. Das Video ist in der BR Mediathek abrufbar.

© BR/Josef Lindner

Eine neue Installation am Würzburger Hauptbahnhof erinnert an die Deportation der Jüdinnen und Juden aus Unterfranken.

© BR/Josef Lindner

Das Mahnmal zeigt Gepäckstücke, die damals am Würzburger Bahnhof zurückblieben.

© BR/Josef Lindner

Ursprünglich sollte die Gedenkstätte an anderer Stelle entstehen. Nun befindet sie sich im Herzen der Stadt.

© BR/Josef Lindner

In Unterfranken wurden zwischen 1941 und 1944 insgesamt 2.069 Jüdinnen und Juden deportiert.

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