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Mahnmal: DenkOrt Deportationen in Würzburg eröffnet | BR24

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Am 17. Juni 1943 verließ der letzte Zug Würzburg, in welchem Juden in Konzentrationslager deportiert wurden. Auf den Tag 77 Jahre später wird in Würzburg ein "DenkOrt" eröffnet, der an das Schicksal der Juden erinnern soll.

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Mahnmal: DenkOrt Deportationen in Würzburg eröffnet

Am Würzburger Hauptbahnhof wurde heute der "DenkOrt Deportationen" eingeweiht. Das Mahnmal mit Koffern, Rucksäcken und anderen Gepäckstücken soll an die Deportation der Juden aus Unterfranken erinnern.

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Der "DenkOrt Deportationen 1941 – 1944" ist eröffnet. Josef Schuster (Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland), Ludwig Spaenle (Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung) und der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt sind unter den Ehrengästen. "Die erschreckende Zunahme rassistisch und antisemitisch motivierter Straftaten, von der Hassrede im Netz bis hin zu Mordanschlägen von Halle und Hanau zeigen eindringlich, wie notwendig es ist, die Erinnerung an die beispiellosen verbrechen wachzuhalten, zu denen Antisemitismus in unserem Land schon einmal geführt haben", sagte der Würzburger Oberbürgermeister bei der Einweihung.

47 symbolische Gepäckstücke

Würzburg hat eine traurige Bedeutung. Von hier wurde ein großer Teil der aus Unterfranken deportierten Jüdinnen und Juden abtransportiert. Am 17. Juni 1943 startete um 14.19 Uhr der letzte größere Deportationszug. Am Gleis blieben Berge mit Gepäckstücken zurück. Das letzte Hab und Gut der Menschen, die mit dem Zug in Konzentrations- und Vernichtungslager gebracht wurden. 47 symbolische Gepäckstücke erinnern derzeit am Würzburger Hauptbahnhof an die Deportationen.

Erinnerung und Diskussion

Langfristig soll die Installation 109 Gepäckstücke umfassen. Von jedem Gegenstand gibt es eine Kopie. Diese stehen in den jeweiligen Gemeinden, aus denen Juden vom NS-Staat deportiert wurden. 2069 Juden wurden in Unterfranken zwischen 1941 und 1944 deportiert. Ihre Geschichte wird auf Schautafeln am DenkOrt erzählt. Die symbolischen Koffer, Decken, Rucksäcke aus Stein, Holz und Metall gestalteten unterfränkische Handwerker und Künstler. In Projekten sollen sich zudem Jugendliche mit Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung auseinandersetzen.

Projekt durch Spenden und Zuschüsse finanziert

Das Projekt kostet rund 250.000 Euro, finanziert durch Spenden, Zuschüsse und Sponsoren. Bei der Eröffnung dürfen nur 50 geladene Gäste aufgrund der Corona-Pandemie teilnehmen. Das BR Studio Mainfranken hat die Veranstaltung per Video-Live-Stream übertragen. Das Video in der BR Mediathek abrufbar.

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© BR/Josef Linder

Eröffnungsrede des Würzburger Oberbürgermeisters